Proverbi (EUS) 1
1 1 Sprichwörter Salomos, des Sohnes Davids, des Königs von Israel:
2 um Weisheit zu lernen und Zucht, um kundige Rede zu verstehen,
3 um Zucht und Verständnis zu erlangen, Gerechtigkeit, Rechtssinn und Redlichkeit,
4 um Unerfahrenen Klugheit zu verleihen, der Jugend Kenntnis und Umsicht.
5 Der Weise höre und vermehre sein Wissen, der Verständige lerne kluge Führung,
6 um Sinnspruch und Gleichnis zu verstehen, die Worte und Rätsel der Weisen.
7 Gottesfurcht ist Anfang der Erkenntnis, nur Toren verachten Weisheit und Zucht.
8 Höre, mein Sohn, auf die Mahnung des Vaters, und die Lehre deiner Mutter verwirf nicht!
9 Sie sind ein schöner Kranz auf deinem Haupt und eine Kette für deinen Hals.
10 Mein Sohn, wenn dich Sünder locken, dann folg ihnen nicht,
11 wenn sie sagen: Geh mit uns, wir wollen darauf lauern, Blut zu vergießen, ohne Grund dem Arglosen nachzustellen;
12 wie die Unterwelt wollen wir sie lebendig verschlingen, Männer in ihrer Kraft, als wären sie dem Grab verfallen.
13 Manch kostbares Stück werden wir finden, mit Beute unsere Häuser füllen.
14 Wirf dein Los in unserm Kreis, gemeinsam sei uns der Beutel.
15 Mein Sohn, geh nicht mit ihnen, halte deinen Fuß fern von ihrem Pfad!
16 Denn ihre Füße laufen dem Bösen nach, sie eilen, Blut zu vergießen.
17 Umsonst wird das Netz ausgespannt vor den Augen aller Vögel;
18 sie aber lauern auf ihr eigenes Blut, sie trachten sich selbst nach dem Leben.
19 So enden alle, die sich durch Raub bereichern: Wer ihn an sich nimmt, dem raubt er das Leben.
20 Die Weisheit ruft laut auf der Straße, auf den Plätzen erhebt sie ihre Stimme.
21 Am Anfang der Mauern predigt sie, an den Stadttoren hält sie ihre Reden:
22 Wie lang noch, ihr Törichten, liebt ihr Betörung, gefällt den Zuchtlosen ihr dreistes Gerede, hassen die Toren Erkenntnis?
23 Wendet euch meiner Mahnung zu! Dann will ich auf euch meinen Geist ausgießen und meine Worte euch kundtun.
24 Als ich rief, habt ihr euch geweigert, meine drohende Hand hat keiner beachtet;
25 jeden Rat, den ich gab, habt ihr ausgeschlagen, meine Mahnung gefiel euch nicht.
26 Darum werde auch ich lachen, wenn euch Unglück trifft, werde spotten, wenn Schrecken über euch kommt,
27 wenn der Schrecken euch wie ein Unwetter naht und wie ein Sturm euer Unglück hereinbricht, wenn Not und Drangsal euch überfallen.
28 Dann werden sie nach mir rufen, doch ich höre nicht; sie werden mich suchen, aber nicht finden.
29 Weil sie die Einsicht haßten und nicht die Gottesfurcht wählten,
30 meinen Rat nicht wollten, meine ganze Mahnung mißachteten,
31 sollen sie nun essen von der Frucht ihres Tuns und von ihren Plänen sich sättigen.
32 Denn die Abtrünnigkeit der Haltlosen ist ihr Tod, die Sorglosigkeit der Toren ist ihr Verderben.
33 Wer aber auf mich hört, wohnt in Sicherheit, ihn stört kein böser Schrecken.
2 1 Mein Sohn, wenn du meine Worte annimmst und meine Gebote beherzigst,
2 der Weisheit Gehör schenkst, dein Herz der Einsicht zuneigst,
3 wenn du nach Erkenntnis rufst, mit lauter Stimme um Einsicht bittest,
4 wenn du sie suchst wie Silber, nach ihr forschst wie nach Schätzen,
5 dann wirst du die Gottesfurcht begreifen und Gotteserkenntnis finden.
6 Denn der Herr gibt Weisheit, aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht.
7 Für die Redlichen hält er Hilfe bereit, den Rechtschaffenen ist er ein Schild.
8 Er hütet die Pfade des Rechts und bewacht den Weg seiner Frommen.
9 Dann begreifst du, was Recht und Gerechtigkeit ist, Redlichkeit und jedes gute Verhalten;
10 denn Weisheit zieht ein in dein Herz, Erkenntnis beglückt deine Seele.
11 Besonnenheit wacht über dir, und Einsicht behütet dich.
12 Sie bewahrt dich vor dem Weg des Bösen, vor Leuten, die Verkehrtes reden,
13 die den rechten Weg verlassen, um auf dunklen Pfaden zu gehen,
14 die sich freuen am bösen Tun und jubeln über die Verkehrtheit des Schlechten,
15 deren Pfade krumm verlaufen und deren Straßen in die Irre führen.
16 Sie bewahrt dich vor der Frau des andern, vor der Fremden, die verführerisch redet,
17 die den Gefährten ihrer Jugend verläßt und den Bund ihres Gottes vergißt;
18 ihr Haus sinkt hinunter zur Totenwelt, ihre Straße führt zu den Totengeistern hinab.
19 Wer zu ihr geht, kehrt nie zurück, findet nie wieder die Pfade des Lebens.
20 Darum geh auf dem Weg der Guten, halte dich an die Pfade der Gerechten;
21 denn die Redlichen werden das Land bewohnen, wer rechtschaffen ist, wird darin bleiben.
22 Die Frevler aber werden aus dem Land verstoßen, die Verräter aus ihm weggerissen.
3 1 Mein Sohn, vergiß meine Lehre nicht, bewahre meine Gebote in deinem Herzen!
2 Denn sie vermehren die Tage und Jahre deines Lebens und bringen dir Wohlergehen.
3 Nie sollen Liebe und Treue dich verlassen; binde sie dir um den Hals, schreib sie auf die Tafel deines Herzens!
4 Dann erlangst du Gunst und Beifall bei Gott und den Menschen.
5 Mit ganzem Herzen vertrau auf den Herrn, bau nicht auf eigene Klugheit;
6 such ihn zu erkennen auf all deinen Wegen, dann ebnet er selbst deine Pfade.
7 Halte dich nicht selbst für weise, fürchte den Herrn, und fliehe das Böse!
8 Das ist heilsam für deine Gesundheit und erfrischt deine Glieder.
9 Ehre den Herrn mit deinem Vermögen, mit dem Besten von dem, was du erntest.
10 Dann füllen sich deine Scheunen mit Korn, deine Fässer laufen über von Wein.
11 Mein Sohn, verachte nicht die Zucht des Herrn, widersetz dich nicht, wenn er dich zurechtweist.
12 Wen der Herr liebt, den züchtigt er, wie ein Vater seinen Sohn, den er gern hat.
13 Wohl dem Mann, der Weisheit gefunden, dem Mann, der Einsicht gewonnen hat. k (vgl.
14 Denn sie zu erwerben ist besser als Silber, sie zu gewinnen ist besser als Gold.
15 Sie übertrifft die Perlen an Wert, keine kostbaren Steine kommen ihr gleich.
16 Langes Leben birgt sie in ihrer Rechten, in ihrer Linken Reichtum und Ehre;
17 ihre Wege sind Wege der Freude, all ihre Pfade führen zum Glück.
18 Wer nach ihr greift, dem ist sie ein Lebensbaum, wer sie festhält, ist glücklich zu preisen.
19 Der Herr hat die Erde mit Weisheit gegründet und mit Einsicht den Himmel befestigt.
20 Durch sein Wissen brechen die tiefen Quellen hervor und träufeln die Wolken den Tau herab.
21 Mein Sohn, laß beides nicht aus den Augen: Bewahre Umsicht und Besonnenheit!
22 Dann werden sie dir ein Lebensquell, ein Schmuck für deinen Hals;
23 dann gehst du sicher deinen Weg und stößt mit deinem Fuß nicht an.
24 Gehst du zur Ruhe, so schreckt dich nichts auf, legst du dich nieder, erquickt dich dein Schlaf.
25 Du brauchst dich vor jähem Erschrecken nicht zu fürchten noch vor dem Verderben, das über die Frevler kommt.
26 Der Herr wird deine Zuversicht sein, er bewahrt deinen Fuß vor der Schlinge.
27 Versag keine Wohltat dem, der sie braucht, wenn es in deiner Hand liegt, Gutes zu tun.
28 Wenn du jetzt etwas hast, sag nicht zu deinem Nächsten: Geh, komm wieder, morgen will ich dir etwas geben.
29 Sinne nichts Böses gegen deinen Nächsten, der friedlich neben dir wohnt.
30 Bring niemand ohne Grund vor Gericht, wenn er dir nichts Böses getan hat.
31 Beneide den Gewalttätigen nicht, wähle keinen seiner Wege;
32 denn ein Greuel ist dem Herrn der Ränkeschmied, die Redlichen sind seine Freunde.
33 Der Fluch des Herrn fällt auf das Haus des Frevlers, die Wohnung der Gerechten segnet er.
34 Die Zuchtlosen verspottet er, den Gebeugten erweist er seine Gunst.
35 Die Weisen erlangen Ehre, die Toren aber häufen Schande auf sich.
4 1 Ihr Söhne, hört auf die Mahnung des Vaters, merkt auf, damit ihr Einsicht lernt;
2 denn gute Lehre gebe ich euch. Laßt nicht ab von meiner Weisung!
3 Als ich noch ein Knabe war bei meinem Vater, das zarte und einzige Kind meiner Mutter,
4 da lehrte er mich und sagte zu mir: Nimm dir meine Worte zu Herzen, folge meinen Geboten, und du wirst leben.
5 Erwirb dir Weisheit, erwirb dir Einsicht, vergiß sie nicht, weich nicht ab von meinen Worten!
6 Laß nicht von ihr, und sie wird dich behüten, liebe sie, und sie wird dich beschützen.
7 Anfang der Weisheit ist: Erwirb dir Weisheit, erwirb dir Einsicht mit deinem ganzen Vermögen!
8 Halte sie hoch, dann wird sie dich erhöhen; sie bringt dich zu Ehren, wenn du sie umarmst.
9 Sie setzt dir einen schönen Kranz auf das Haupt, eine prächtige Krone wird sie dir schenken.
10 Höre, mein Sohn, und nimm meine Worte an, dann mehren sich die Jahre deines Lebens.
11 Den Weg der Weisheit zeige ich dir, ich leite dich auf ebener Bahn.
12 Wenn du gehst, ist dein Schritt nicht beengt, wenn du läufst, wirst du nicht straucheln.
13 Halt fest an der Zucht, und laß davon nicht ab, bewahre sie; denn sie ist dein Leben.
14 Betritt nicht den Pfad der Frevler, beschreite nicht den Weg der Bösen!
15 Meide ihn, geh nicht auf ihm, kehr dich von ihm ab, und geh vorbei!
16 Denn sie schlafen nicht, ehe sie Böses tun; der Schlaf flieht sie, bis sie Verbrechen begehen.
17 Sie essen das Brot des Unrechts und trinken den Wein der Gewalttat.
18 Doch der Pfad der Gerechten ist wie das Licht am Morgen; es wird immer heller bis zum vollen Tag.
19 Der Weg der Frevler ist wie dunkle Nacht; sie merken nicht, worüber sie fallen.
20 Mein Sohn, achte auf meine Worte, neige dein Ohr meiner Rede zu!
21 Laß sie nicht aus den Augen, bewahre sie tief im Herzen!
22 Denn Leben bringen sie dem, der sie findet, und Gesundheit seinem ganzen Leib.
23 Mehr als alles hüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus.
24 Vermeide alle Falschheit des Mundes, und Verkehrtheit der Lippen halt von dir fern!
25 Deine Augen sollen geradeaus schauen, und deine Blicke richte nach vorn!
26 Ebne die Straße für deinen Fuß, und alle deine Wege seien geordnet.
27 Bieg nicht ab, weder rechts noch links, halt deinen Fuß vom Bösen zurück!
5 1 Mein Sohn, merk auf meinen weisen Rat, neige meiner Einsicht dein Ohr zu,
2 damit du Besonnenheit bewahrst und deine Lippen auf Klugheit achten.
3 Denn die Lippen der fremden Frau triefen von Honig, glatter als Öl ist ihr Mund.
4 Doch zuletzt ist sie bitter wie Wermut, scharf wie ein zweischneidiges Schwert.
5 Ihre Füße steigen zur Totenwelt hinab, ihre Schritte gehen der Unterwelt zu.
6 Den ebenen Pfad zum Leben verfehlt sie, sie geht krumme Wege und merkt es nicht.
7 Nun denn, ihr Söhne, hört auf mich, weicht nicht ab von den Worten, die mein Mund spricht.
8 Halte deinen Weg von ihr fern, komm ihrer Haustür nicht nahe!
9 Sonst schenkst du andern deine Kraft, deine Jahre einem Rücksichtslosen;
10 sonst sättigen sich Fremde an deinem Besitz, die Frucht deiner Arbeit kommt in das Haus eines andern,
11 und am Ende wirst du stöhnen, wenn dein Leib und dein Fleisch dahinsiechen.
12 Dann wirst du bekennen: Weh mir, ich habe die Zucht gehaßt, mein Herz hat die Warnung verschmäht;
13 ich habe nicht auf die Stimme meiner Erzieher gehört, mein Ohr nicht meinen Lehrern zugeneigt.
14 Fast hätte mich alles Unheil getroffen in der Versammlung und in der Gemeinde.
15 Trink Wasser aus deiner eigenen Zisterne, Wasser, das aus deinem Brunnen quillt.
16 Sollen deine Quellen auf die Straße fließen, auf die freien Plätze deine Bäche?
17 Dir allein sollen sie gehören, kein Fremder soll teilen mit dir.
18 Dein Brunnen sei gesegnet; freu dich der Frau deiner Jugendtage,
19 der lieblichen Gazelle, der anmutigen Gemse! Ihre Liebkosung mache dich immerfort trunken, an ihrer Liebe berausch dich immer wieder!
20 Warum solltest du dich an einer Fremden berauschen, den Busen einer andern umfangen?
21 Denn der Weg eines jeden liegt offen vor den Augen des Herrn, er achtet auf alle seine Pfade.
22 Der Frevler verfängt sich in der eigenen Schuld, die Stricke seiner Sünde halten ihn fest.
23 Er stirbt aus Mangel an Zucht, wegen seiner großen Torheit stürzt er ins Verderben.
6 1 Mein Sohn, hast du deinem Nächsten Bürgschaft geleistet, hast du einem Fremden den Handschlag gegeben,
2 hast du dich durch deine Worte gebunden, bist du gefangen durch deine Worte,
3 dann tu doch dies, mein Sohn: Reiß dich los; denn du bist in die Hände deines Nächsten geraten. Geh eilends hin, und bestürm deinen Nächsten!
4 Gönne deinen Augen keinen Schlaf, keinen Schlummer deinen Wimpern,
5 entreiß dich seiner Hand wie eine Gazelle, wie ein Vogel der Hand des Jägers!
6 Geh zur Ameise, du Fauler, betrachte ihr Verhalten, und werde weise!
7 Sie hat keinen Meister, keinen Aufseher und Gebieter,
8 und doch sorgt sie im Sommer für Futter, sammelt sich zur Erntezeit Vorrat.
9 Wie lang, du Fauler, willst du noch daliegen, wann willst du aufstehen von deinem Schlaf?
10 Noch ein wenig schlafen, noch ein wenig schlummern, noch ein wenig die Arme verschränken, um auszuruhen.
11 Da kommt schon die Armut wie ein Strolch über dich, die Not wie ein zudringlicher Bettler.
12 Ein Nichtsnutz, ja ein Gauner, wer daherkommt mit Lügen im Mund,
13 wer mit den Augen zwinkert, mit den Füßen deutet, Zeichen gibt mit den Fingern.
14 Tücke im Herzen, stets voll böser Ränke, zettelt er jederzeit Händel an.
15 Darum wird plötzlich das Verderben über ihn kommen, im Nu, ohne Rettung, wird er zerschmettert.
16 Sechs Dinge sind dem Herrn verhaßt, sieben sind ihm ein Greuel:
17 Stolze Augen, eine falsche Zunge, Hände, die unschuldiges Blut vergießen,
18 ein Herz, das finstere Pläne hegt, Füße, die schnell dem Bösen nachlaufen,
19 ein falscher Zeuge, der Lügen zuflüstert, und wer Streit entfacht unter Brüdern.
20 Achte, mein Sohn, auf das Gebot deines Vaters, mißachte nicht die Lehre deiner Mutter!
21 Binde sie dir für immer aufs Herz, und winde sie dir um den Hals!
22 Wenn du gehst, geleitet sie dich, wenn du ruhst, behütet sie dich, beim Erwachen redet sie mit dir.
23 Denn eine Leuchte ist das Gebot und die Lehre ein Licht, ein Weg zum Leben sind Mahnung und Zucht.
24 Sie bewahren dich vor der Frau des Nächsten, vor der glatten Zunge der Fremden.
25 Begehre nicht in deinem Herzen ihre Schönheit, laß dich nicht fangen durch ihre Wimpern!
26 Einer Dirne zahlt man bis zu einem Laib Brot, die Frau eines andern jagt dir das kostbare Leben ab.
27 Trägt man denn Feuer in seinem Gewand, ohne daß die Kleider in Brand geraten?
28 Kann man über glühende Kohlen schreiten, ohne sich die Füße zu verbrennen?
29 So ist es mit dem, der zur Frau seines Nächsten geht. Keiner bleibt ungestraft, der sie berührt.
30 Verachtet man nicht den Dieb, auch wenn er nur stiehlt, um sein Verlangen zu stillen, weil er Hunger hat?
31 Wird er ertappt, so muß er siebenfach zahlen, den ganzen Besitz seines Hauses geben.
32 Wer Ehebruch treibt, ist ohne Verstand, nur wer sich selbst vernichten will, läßt sich darauf ein.
33 Schläge und Schande bringt es ihm ein, unaustilgbar ist seine Schmach.
34 Denn Eifersucht bringt den Ehemann in Wut, er kennt keine Schonung am Tag der Rache.
35 Kein Sühnegeld nimmt er an; magst du auch Geschenke häufen, er willigt nicht ein.
7 1 Mein Sohn, achte auf meine Worte, meine Gebote verwahre bei dir!
2 Achte auf meine Gebote, damit du am Leben bleibst, hüte meine Lehre wie deinen Augapfel!
3 Binde sie dir an die Finger, schreib sie auf die Tafel deines Herzens!
4 Sag zur Weisheit: Du bist meine Schwester!, und nenne die Klugheit deine Freundin!
5 Sie bewahrt dich vor der Frau eines andern, vor der Fremden, die verführerisch redet.
6 Vom Fenster meines Hauses, durch das Gitter, habe ich ausgeschaut;
7 da sah ich bei den Unerfahrenen, da bemerkte ich bei den Burschen einen jungen Mann ohne Verstand:
8 Er ging über die Straße, bog um die Ecke und nahm den Weg zu ihrem Haus;
9 als der Tag sich neigte, in der Abenddämmerung, um die Zeit, da es dunkel wird und die Nacht kommt.
10 Da! Eine Frau kommt auf ihn zu, im Kleid der Dirnen, mit listiger Absicht;
11 voll Leidenschaft ist sie und unbändig, ihre Füße blieben nicht mehr im Haus;
12 bald auf den Gassen, bald auf den Plätzen, an allen Straßenecken lauert sie.
13 Nun packt sie ihn, küßt ihn, sagt zu ihm mit keckem Gesicht:
14 Ich war zu Heilsopfern verpflichtet, und heute erfüllte ich meine Gelübde.
15 Darum bin ich ausgegangen, dir entgegen, ich habe dich gesucht und gefunden.
16 Ich habe Decken über mein Bett gebreitet, bunte Tücher aus ägyptischem Leinen;
17 ich habe mein Lager besprengt mit Myrrhe, Aloe und Zimt.
18 Komm, wir wollen bis zum Morgen in Liebe schwelgen, wir wollen die Liebeslust kosten.
19 Denn mein Mann ist nicht zu Hause, er ist auf Reisen, weit fort.
20 Den Geldbeutel hat er mitgenommen, erst am Vollmondstag kehrt er heim.
21 So macht sie ihn willig mit viel Überredung, mit schmeichelnden Lippen verführt sie ihn.
22 Betört folgt er ihr, wie ein Ochse, den man zum Schlachten führt, wie ein Hirsch, den das Fangseil umschlingt,
23 bis ein Pfeil ihm die Leber zerreißt; wie ein Vogel, der in das Netz fliegt und nicht merkt, daß es um sein Leben geht.
24 Darum, ihr Söhne, hört auf mich, achtet auf meine Reden!
25 Dein Herz schweife nicht ab auf ihre Wege, verirre dich nicht auf ihre Pfade!
26 Denn zahlreich sind die Erschlagenen, die sie gefällt hat; viele sind es, die sie ermordet hat;
27 ihr Haus ist ein Weg zur Unterwelt, er führt zu den Kammern des Todes.
8 1 Ruft nicht die Weisheit, erhebt nicht die Klugheit ihre Stimme?
2 Bei der Stadtburg, auf den Straßen, an der Kreuzung der Wege steht sie;
3 neben den Toren, wo die Stadt beginnt, am Zugang zu den Häusern ruft sie laut:
4 Euch, ihr Leute, lade ich ein, meine Stimme ergeht an alle Menschen:
5 Ihr Unerfahrenen, werdet klug, ihr Törichten, nehmt Vernunft an!
6 Hört her! Aufrichtig rede ich. Redlich ist, was meine Lippen reden.
7 Die Wahrheit spricht meine Zunge, Unrechtes ist meinen Lippen ein Greuel.
8 Alle meine Worte sind recht, keines von ihnen ist hinterhältig und falsch.
9 Für den Verständigen sind sie alle klar und richtig für den, der Erkenntnis fand.
10 Nehmt lieber Bildung an als Silber, lieber Verständnis als erlesenes Gold!
11 Ja, Weisheit übertrifft die Perlen an Wert, keine kostbaren Steine kommen ihr gleich.
12 Ich, die Weisheit, verweile bei der Klugheit, ich entdecke Erkenntnis und guten Rat.
13 Gottesfurcht verlangt, Böses zu hassen. Hochmut und Hoffart, schlechte Taten und einen verlogenen Mund hasse ich.
14 Bei mir ist Rat und Hilfe; ich bin die Einsicht, bei mir ist Macht.
15 Durch mich regieren die Könige und entscheiden die Machthaber, wie es Recht ist;
16 durch mich versehen die Herrscher ihr Amt, die Vornehmen und alle Verwalter des Rechts.
17 Ich liebe alle, die mich lieben, und wer mich sucht, der wird mich finden.
18 Reichtum und Ehre sind bei mir, angesehener Besitz und Glück;
19 meine Frucht ist besser als Gold und Feingold, mein Nutzen übertrifft wertvolles Silber.
20 Ich gehe auf dem Weg der Gerechtigkeit, mitten auf den Pfaden des Rechtes,
21 um denen, die mich lieben, Gaben zu verleihen und ihre Scheunen zu füllen.
22 Der Herr hat mich geschaffen im Anfang seiner Wege, vor seinen Werken in der Urzeit;
23 in frühester Zeit wurde ich gebildet, am Anfang, beim Ursprung der Erde.
24 Als die Urmeere noch nicht waren, wurde ich geboren, als es die Quellen noch nicht gab, die wasserreichen.
25 Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln wurde ich geboren.
26 Noch hatte er die Erde nicht gemacht und die Fluren und alle Schollen des Festlands.
27 Als er den Himmel baute, war ich dabei, als er den Erdkreis abmaß über den Wassern,
28 als er droben die Wolken befestigte und Quellen strömen ließ aus dem Urmeer,
29 als er dem Meer seine Satzung gab und die Wasser nicht seinen Befehl übertreten durften,
30 als er die Fundamente der Erde abmaß, da war ich als geliebtes Kind bei ihm. Ich war seine Freude Tag für Tag und spielte vor ihm allezeit.
31 Ich spielte auf seinem Erdenrund, und meine Freude war es, bei den Menschen zu sein.
32 Nun, ihr Söhne, hört auf mich! Wohl dem, der auf meine Wege achtet.
33 Hört die Mahnung, und werdet weise, lehnt sie nicht ab!
34 Wohl dem, der auf mich hört, der Tag für Tag an meinen Toren wacht und meine Türpfosten hütet.
35 Wer mich findet, findet Leben und erlangt das Gefallen des Herrn.
36 Doch wer mich verfehlt, der schadet sich selbst; alle, die mich hassen, lieben den Tod.
9 1 Die Weisheit hat ihr Haus gebaut, ihre sieben Säulen behauen.
2 Sie hat ihr Vieh geschlachtet, ihren Wein gemischt und schon ihren Tisch gedeckt.
3 Sie hat ihre Mägde ausgesandt und lädt ein auf der Höhe der Stadtburg:
4 Wer unerfahren ist, kehre hier ein. Zum Unwissenden sagt sie:
5 Kommt, eßt von meinem Mahl, und trinkt vom Wein, den ich mischte.
6 Laßt ab von der Torheit, dann bleibt ihr am Leben, und geht auf dem Weg der Einsicht!
7 Wer den Zuchtlosen tadelt, erntet Schimpf, wer den Frevler rügt, erntet Schande.
8 Rüge den Zuchtlosen nicht; sonst haßt er dich. Rüge den Weisen, dann liebt er dich.
9 Unterrichte den Weisen, damit er noch weiser wird; belehre den Gerechten, damit er dazulernt.
10 Anfang der Weisheit ist die Gottesfurcht, die Kenntnis des Heiligen ist Einsicht.
11 Ja, durch mich werden deine Tage zahlreich, nehmen die Jahre deines Lebens zu.
12 Bist du weise, so bist du weise zum eigenen Nutzen, bist du aber unbeherrscht, hast du allein es zu tragen.
13 Frau Torheit fiebert nach Verführung; das ist alles, was sie versteht.
14 Sie sitzt vor der Tür ihres Hauses auf einem Sessel bei der Stadtburg,
15 um die Vorübergehenden einzuladen, die geradeaus ihre Pfade gehen:
16 Wer unerfahren ist, kehre hier ein. Zum Unwissenden sagt sie:
17 Süß ist gestohlenes Wasser, heimlich entwendetes Brot schmeckt lecker.
18 Und er weiß nicht, daß Totengeister dort hausen, daß ihre Gäste in den Tiefen der Unterwelt sind.
10 1 Sprichwörter Salomos: Ein kluger Sohn macht dem Vater Freude, ein dummer Sohn ist der Kummer seiner Mutter.
2 Unrecht Gut gedeiht nicht, Gerechtigkeit aber rettet vor dem Tod.
3 Das Verlangen des Gerechten sättigt der Herr, die Gier der Frevler stößt er zurück.
4 Lässige Hand bringt Armut, fleißige Hand macht reich.
5 Wer im Sommer sammelt, ist ein kluger Mensch; in Schande gerät, wer zur Erntezeit schläft.
6 Segen ruht auf dem Haupt des Gerechten, im Mund der Frevler versteckt sich Gewalttat.
7 Das Andenken des Gerechten ist gesegnet, der Name der Frevler vermodert.
8 Verständiger Sinn nimmt die Gebote an, wer Törichtes redet, kommt zu Fall.
9 Wer aufrichtig seinen Weg geht, geht sicher, wer krumme Wege geht, wird durchschaut.
10 Wer mit den Augen zwinkert, schafft Leid, wer offen tadelt, stiftet Frieden.
11 Der Mund des Gerechten ist ein Lebensquell, im Mund der Frevler versteckt sich Gewalttat.
12 Haß weckt Streit, Liebe deckt alle Vergehen zu.
13 Auf den Lippen des Einsichtigen findet man Weisheit, auf den Rücken des Unverständigen paßt der Stock.
14 Weise verbergen ihr Wissen, der Mund des Toren ist drohendes Verderben.
15 Dem Reichen ist seine Habe eine feste Burg, dem Armen bringt seine Armut Verderben.
16 Der Besitz des Gerechten führt zum Leben, das Einkommen des Frevlers zur Sünde.
17 Den Weg zum Leben geht, wer Zucht bewahrt; wer Warnung mißachtet, geht in die Irre.
18 Wer Haß verbirgt, heuchelt; wer Verleumdung ausstreut, ist ein Tor.
19 Bei vielem Reden bleibt die Sünde nicht aus, wer seine Lippen zügelt, ist klug.
20 Erlesenes Silber ist die Zunge des Gerechten, das Sinnen des Frevlers ist wenig wert.
21 Die Lippen des Gerechten leiten viele, die Toren sterben an Unverstand.
22 Der Segen des Herrn macht reich, eigene Mühe tut nichts hinzu.
23 Des Toren Freude ist es, Böses zu tun, des Verständigen Freude, weise zu sein.
24 Was der Frevler fürchtet, kommt über ihn, was die Gerechten ersehnen, wird ihnen zuteil.
25 Wenn der Sturm daherbraust, ist der Frevler verloren, der Gerechte ist fest gegründet für immer.
26 Wie Essig für die Zähne und Rauch für die Augen ist der Faule für den, der ihn schickt.
27 Gottesfurcht bringt langes Leben, doch die Jahre der Frevler sind verkürzt.
28 Die Hoffnung der Gerechten blüht auf, die Erwartung der Frevler wird zunichte.
29 Dem Schuldlosen ist der Herr eine Zuflucht, Verderben aber den Übeltätern.
30 Der Gerechte wird niemals wanken, doch die Frevler bleiben nicht im Land wohnen.
31 Der Mund des Gerechten bringt Weisheit hervor, eine Zunge voll Falschheit aber wird abgeschnitten.
32 Die Lippen des Gerechten achten auf das, was gefällt, der Mund der Frevler aber auf das, was verkehrt ist.
11 1 Falsche Waage ist dem Herrn ein Greuel, volles Gewicht findet sein Gefallen.
2 Kommt Übermut, kommt auch Schande, doch bei den Bescheidenen ist die Weisheit zu Hause.
3 Die Redlichen leitet ihre Lauterkeit, die Verräter richtet ihre Falschheit zugrunde.
4 Reichtum hilft nicht am Tag des Zorns, Gerechtigkeit aber rettet vor dem Tod.
5 Dem Lauteren ebnet seine Gerechtigkeit den Weg, der Frevler aber kommt durch seine Bosheit zu Fall.
6 Die Redlichen rettet ihre Gerechtigkeit, die Verräter schlägt ihre eigene Gier in Fesseln.
7 Beim Tod des Frevlers wird sein Hoffen zunichte, die falsche Erwartung schwindet dahin.
8 Der Gerechte wird aus der Not gerettet, an seine Stelle tritt der Böse.
9 Vom Mund des Ruchlosen droht dem Nächsten Verderben, die Gerechten befreien sich durch ihre Umsicht.
10 Wenn es dem Gerechten gut geht, freut sich die Stadt; sie jubelt beim Untergang der Frevler.
11 Eine Stadt kommt hoch durch den Segen der Redlichen, durch den Mund der Frevler wird sie niedergerissen.
12 Wer den Nächsten verächtlich macht, ist ohne Verstand, doch ein kluger Mensch schweigt.
13 Wer als Verleumder umhergeht, gibt Geheimnisse preis, der Verläßliche behält eine Sache für sich.
14 Fehlt es an Führung, kommt ein Volk zu Fall, Rettung ist dort, wo viele Ratgeber sind.
15 Wer für einen Fremden bürgt, ist übel daran; wer den Handschlag ablehnt, geht sicher.
16 Eine liebenswerte Frau kommt zu Ehren, Sitz der Schande ist ein Weib, das gute Sitten haßt. Die Faulen bringen es zu nichts, wer fleißig ist, kommt zu Reichtum.
17 Die Güte eines Menschen kommt ihm selbst zugute, der Hartherzige schneidet sich ins eigene Fleisch.
18 Der Frevler erzielt trügerischen Gewinn, wer Gerechtigkeit sät, hat beständigen Ertrag.
19 Wer in der Gerechtigkeit feststeht, erlangt das Leben, wer dem Bösen nachjagt, den Tod.
20 Verkehrte Menschen sind dem Herrn ein Greuel, er hat Gefallen an denen, die den rechten Weg gehen.
21 Gewiß, der Böse bleibt nicht ungestraft, doch die Söhne der Gerechten werden gerettet.
22 Ein goldener Ring im Rüssel eines Schweins ist ein Weib, schön, aber sittenlos.
23 Das Begehren der Gerechten führt zu vollem Glück, die Hoffnung der Frevler endet im Zorngericht.
24 Mancher teilt aus und bekommt immer mehr, ein anderer kargt übers Maß und wird doch ärmer.
25 Wer wohltätig ist, wird reich gesättigt, wer andere labt, wird selbst gelabt.
26 Wer Getreide zurückhält, den verwünschen die Leute, wer Korn auf den Markt bringt, auf dessen Haupt kommt Segen.
27 Wer Gutes erstrebt, sucht das Gefallen Gottes; wer nach dem Bösen trachtet, den trifft es.
28 Wer auf seinen Reichtum vertraut, der fällt, die Gerechten aber sprossen wie grünes Laub.
29 Wer sein Haus verkommen läßt, erntet Wind, und der Tor wird Sklave des Weisen.
30 Die Frucht der Gerechtigkeit ist ein Lebensbaum, Gewalttat raubt die Lebenskraft.
31 Wird dem Gerechten vergolten auf der Erde, dann erst recht dem Frevler und Sünder.
12 1 Wer Zucht liebt, liebt Erkenntnis, wer Zurechtweisung haßt, ist dumm.
2 Der Gute findet Gefallen beim Herrn; den Heimtückischen aber spricht er schuldig.
3 Wer unrecht tut, hat keinen Bestand, doch die Wurzel der Gerechten sitzt fest.
4 Eine tüchtige Frau ist die Krone ihres Mannes, eine schändliche ist wie Fäulnis in seinen Knochen.
5 Die Gedanken der Gerechten trachten nach Recht, die Pläne der Frevler sind auf Betrug aus.
6 Die Reden der Frevler sind ein Lauern auf Blut, die Redlichen rettet ihr Mund.
7 Die Frevler werden gestürzt und sind dahin, das Haus der Gerechten hat Bestand.
8 Nach dem Maß seiner Klugheit wird ein jeder gelobt, verkehrter Sinn fällt der Verachtung anheim.
9 Besser unbeachtet bleiben und seine Arbeit verrichten, als großtun und kein Brot haben.
10 Der Gerechte weiß, was sein Vieh braucht, doch das Herz der Frevler ist hart.
11 Wer sein Feld bestellt, wird satt von Brot, wer nichtigen Dingen nachjagt, ist ohne Verstand.
12 Schwankender Lehm ist die Burg der Bösen, die Wurzel der Gerechten hat festen Grund.
13 Der Böse verfängt sich im Lügengespinst, der Gerechte entkommt der Bedrängnis.
14 Von der Frucht seines Mundes wird der Mensch reichlich gesättigt; nach dem Tun seiner Hände wird ihm vergolten.
15 Der Tor hält sein eigenes Urteil für richtig, der Weise aber hört auf Rat.
16 Der Tor zeigt sogleich seinen Ärger, klug ist, wer Schimpfworte einsteckt.
17 Wer Wahrheit spricht, sagt aus, was recht ist, der falsche Zeuge aber betrügt.
18 Mancher Leute Gerede verletzt wie Schwertstiche, die Zunge der Weisen bringt Heilung.
19 Ein Mund, der die Wahrheit sagt, hat für immer Bestand, eine lügnerische Zunge nur einen Augenblick.
20 Wer auf Böses sinnt, betrügt sich selbst, wer heilsamen Rat gibt, erntet Freude.
21 Kein Unheil trifft den Gerechten, doch die Frevler erdrückt das Unglück.
22 Lügnerische Lippen sind dem Herrn ein Greuel, doch wer zuverlässig ist in seinem Tun, der gefällt ihm.
23 Ein kluger Mensch verbirgt sein Wissen, das Herz der Toren schreit die Narrheit hinaus.
24 Die Hand der Fleißigen erringt die Herrschaft, die lässige Hand muß Frondienste leisten.
25 Kummer im Herzen bedrückt den Menschen, ein gutes Wort aber heitert ihn auf.
26 Der Gerechte findet fette Weide; der Weg der Frevler führt in die Irre.
27 Bequemlichkeit erjagt sich kein Wild, kostbare Güter erlangt der Fleißige.
28 Der Pfad der Gerechtigkeit führt zum Leben, der Weg der Abtrünnigen führt zum Tod.
13 1 Ein weiser Sohn ist die Frucht der Erziehung des Vaters, der zuchtlose aber hört nicht auf Mahnung.
2 Von der Frucht seiner Worte zehrt der Gute, aber die Verräter begehren Gewalttat.
3 Wer seine Lippen hütet, bewahrt sein Leben, wer seinen Mund aufreißt, den trifft Verderben.
4 Das Verlangen des Faulen regt sich vergebens, das Verlangen der Fleißigen wird befriedigt.
5 Verlogene Worte haßt der Gerechte, der Frevler handelt schändlich und schimpflich.
6 Gerechtigkeit behütet den Schuldlosen auf seinem Weg, Frevler bringt die Sünde zu Fall.
7 Mancher stellt sich reich und hat doch nichts, ein anderer stellt sich arm und hat großen Besitz.
8 Der Reichtum eines Mannes ist das Lösegeld für sein Leben, der Arme jedoch hört nichts von Loskauf.
9 Das Licht der Gerechten strahlt auf, die Lampe der Frevler erlischt.
10 Der Leichtsinnige stiftet aus Übermut Zank, doch wer sich beraten läßt, der ist klug.
11 Schnell errafftes Gut schwindet schnell, wer Stück für Stück sammelt, wird reich.
12 Hingehaltene Hoffnung macht das Herz krank, erfülltes Verlangen ist ein Lebensbaum.
13 Wer gute Worte mißachtet, erleidet Schaden, wer Ehrfurcht hat vor dem Gebot, bleibt unversehrt.
14 Die Lehre des Weisen ist ein Lebensquell, um den Schlingen des Todes zu entgehen.
15 Rechte Einsicht bringt Gunst, aber den Verrätern bringt ihr Verhalten den Untergang.
16 Der Kluge tut alles mit Überlegung, der Tor verbreitet nur Dummheit.
17 Ein gewissenloser Bote richtet Unheil an, ein zuverlässiger Bote bringt Heilung.
18 Armut und Schande erntet ein Verächter der Zucht, doch wer Tadel beherzigt, wird geehrt.
19 Ein erfüllter Wunsch tut dem Herzen wohl, vom Bösen zu lassen ist dem Toren ein Greuel.
20 Wer mit Weisen unterwegs ist, wird weise, wer mit Toren verkehrt, dem geht es übel.
21 Unglück verfolgt die Sünder, den Gerechten wird mit Gutem vergolten.
22 Der Gute hinterläßt seinen Enkeln das Erbe, der Besitz des Sünders wird für den Gerechten aufgespart.
23 In der Hand der Vornehmen ist reichlich Nahrung; der Arme wird zu Unrecht dahingerafft.
24 Wer die Rute spart, haßt seinen Sohn, wer ihn liebt, nimmt ihn früh in Zucht.
25 Der Gerechte hat zu essen, bis sein Hunger gestillt ist, der Bauch der Frevler aber muß darben.
Proverbi (EUS) 1