
Proverbi (EUS) 14
14 1 Frau Weisheit hat ihr Haus gebaut, die Torheit reißt es nieder mit eigenen Händen.
2 Wer geradeaus seinen Weg geht, fürchtet den Herrn, wer krumme Wege geht, verachtet ihn.
3 Im Mund des Toren ist eine Rute für seinen Rücken, den Weisen behüten seine Lippen.
4 Wo keine Ochsen sind, bleibt die Krippe leer, reicher Ertrag kommt durch die Kraft des Stieres.
5 Ein zuverlässiger Zeuge lügt nicht, aber ein falscher Zeuge flüstert Lügen zu.
6 Der Zuchtlose sucht Weisheit, doch vergebens, dem Verständigen fällt die Erkenntnis leicht.
7 Tritt einem törichten Mann gegenüber, und du erfährst keine verständigen Worte.
8 Die Weisheit des Klugen gibt ihm Einsicht in seinen Weg, aber die Dummheit der Toren führt zu Täuschung.
9 In den Zelten der Toren wohnt Schuld, das Haus der Rechtschaffenen findet Gefallen.
10 Das Herz allein kennt seinen Kummer, auch in seine Freude mischt sich kein Fremder.
11 Das Haus der Frevler wird zertrümmert, das Zelt der Redlichen gedeiht.
12 Manch einem scheint sein Weg der rechte, aber am Ende sind es Wege des Todes.
13 Auch beim Lachen kann ein Herz leiden, das Ende der Freude ist Gram.
14 Dem Untreuen werden seine Vergehen vergolten, dem guten Menschen seine edlen Taten.
15 Der Unerfahrene traut jedem Wort, der Kluge achtet auf seinen Schritt.
16 Der Weise hat Scheu und meidet das Böse, der Tor läßt sich gehen und ist vermessen.
17 Der Zornige handelt töricht, der Ränkeschmied ist verhaßt.
18 Die Unerfahrenen verfallen der Torheit, die Klugen krönen sich mit Erkenntnis.
19 Die Bösen müssen sich bücken vor den Guten und die Frevler an der Tür des Gerechten.
20 Selbst seinem Nächsten ist der Arme verhaßt, der Reiche aber hat viele Freunde.
21 Wer seinen Nächsten verachtet, sündigt; wohl dem, der Erbarmen hat mit den Notleidenden.
22 Gewiß geht in die Irre, wer Böses plant; Liebe und Treue erlangt, wer Gutes plant.
23 Jede Arbeit bringt Erfolg, leeres Geschwätz führt nur zu Mangel.
24 Die Krone der Weisen ist ihre Klugheit, der Kranz der Toren ist ihre Narrheit.
25 Ein verläßlicher Zeuge rettet Leben, wer Lügen zuflüstert, der täuscht.
26 Der Gottesfürchtige hat feste Zuversicht, noch seine Söhne haben eine Zuflucht.
27 Die Gottesfurcht ist ein Lebensquell, um den Schlingen des Todes zu entgehen.
28 Viel Volk ist der Glanz des Königs, wenig Leute sind des Fürsten Untergang.
29 Der Langmütige ist immer der Klügere, der Jähzornige treibt die Torheit auf die Spitze.
30 Ein gelassenes Herz bedeutet Leben für den Leib, doch Knochenfraß ist die Leidenschaft.
31 Wer den Geringen bedrückt, schmäht dessen Schöpfer, ihn ehrt, wer Erbarmen hat mit dem Bedürftigen.
32 Durch seine Bosheit wird der Frevler gestürzt, der Gerechte findet Zuflucht in seiner Redlichkeit.
33 Im Herzen des Verständigen ruht Weisheit, im Innern der Toren ist sie nicht bekannt.
34 Gerechtigkeit erhöht ein Volk, der Völker Schmach ist die Sünde.
35 Die Gunst des Königs ruht auf dem klugen Diener, den schändlichen aber trifft sein Zorn.
15 1 Eine sanfte Antwort dämpft die Erregung, eine kränkende Rede reizt zum Zorn.
2 Die Zunge der Weisen verkündet Erkenntnis, der Mund der Narren sprudelt Torheit hervor.
3 An jedem Ort sind die Augen des Herrn, sie wachen über Gute und Böse.
4 Eine sanfte Zunge ist ein Lebensbaum, eine falsche Zunge bricht das Herz.
5 Der Tor verschmäht die Zucht seines Vaters, wer auf Zurechtweisung achtet, ist klug.
6 Im Haus des Gerechten gibt es reichen Vorrat, was der Frevler erwirbt, wird zerschlagen.
7 Die Lippen der Weisen streuen Erkenntnis aus, das Herz der Toren ist verkehrt.
8 Das Opfer der Frevler ist dem Herrn ein Greuel, am Gebet der Rechtschaffenen aber hat er Gefallen.
9 Ein Greuel ist dem Herrn der Weg des Frevlers, wer aber der Gerechtigkeit nachjagt, den liebt er.
10 Schlimme Strafe trifft den, der den rechten Pfad verläßt, wer Zurechtweisung haßt, muß sterben.
11 Totenreich und Unterwelt liegen offen vor dem Herrn, wieviel mehr die Herzen der Menschen.
12 Ein Zuchtloser liebt es nicht, daß man ihn rügt, zu weisen Menschen begibt er sich nicht.
13 Ein fröhliches Herz macht das Gesicht heiter, Kummer im Herzen bedrückt das Gemüt.
14 Das Herz des Verständigen sucht Erkenntnis, der Mund der Toren ergeht sich in Torheit.
15 Der Bedrückte hat lauter böse Tage, der Frohgemute hat ständig Feiertag.
16 Besser wenig in Gottesfurcht als reiche Schätze und keine Ruhe.
17 Besser ein Gericht Gemüse, wo Liebe herrscht, als ein gemästeter Ochse und Haß dabei.
18 Ein hitziger Mensch erregt Zank, ein langmütiger besänftigt den Streit.
19 Der Weg des Faulen ist wie ein Dornengestrüpp, der Pfad der Redlichen aber ist gebahnt.
20 Ein kluger Sohn macht dem Vater Freude, nur ein törichter Mensch verachtet seine Mutter.
21 Torheit macht dem Unverständigen Freude, der einsichtige Mann geht den geraden Weg.
22 Wo es an Beratung fehlt, da scheitern die Pläne, wo viele Ratgeber sind, gibt es Erfolg.
23 Jeden freut es, wenn er (kluge) Antwort geben kann, und wie gut ist doch ein Wort zur rechten Zeit.
24 Einen Lebenspfad zur Höhe gibt es für den Klugen, damit er der Totenwelt drunten entgeht.
25 Das Haus der Stolzen reißt der Herr nieder, den Grenzstein der Witwe aber macht er fest.
26 Die Pläne des Bösen sind dem Herrn ein Greuel, aber freundliche Reden gefallen ihm.
27 Wer sich durch Raub bereichert, zerstört sein Haus, wer Bestechung von sich weist, wird lange leben.
28 Der Gerechte überlegt sich im Herzen jede Antwort, aber der Mund der Frevler sprudelt Schlechtes hervor.
29 Fern ist der Herr den Frevlern, doch das Gebet der Gerechten hört er.
30 Strahlende Augen erfreuen das Herz, frohe Kunde labt den Leib.
31 Ein Ohr, das auf heilsame Mahnungen hört, hält sich unter den Weisen auf.
32 Wer Zucht abweist, verachtet sich selbst; wer aber auf Mahnungen hört, erwirbt Verstand.
33 Gottesfurcht erzieht zur Weisheit, und Demut geht der Ehre voran.
16 1 Der Mensch entwirft die Pläne im Herzen, doch vom Herrn kommt die Antwort auf der Zunge.
2 Jeder meint, sein Verhalten sei fehlerlos, doch der Herr prüft die Geister.
3 Befiehl dem Herrn dein Tun an, so werden deine Pläne gelingen.
4 Alles hat der Herr für seinen Zweck erschaffen, so auch den Frevler für den Tag des Unheils.
5 Ein Greuel ist dem Herrn jeder Hochmütige; er bleibt gewiß nicht ungestraft.
6 Durch Liebe und Treue wird Schuld gesühnt, durch Gottesfurcht weicht man dem Bösen aus.
7 Gefallen dem Herrn die Wege eines Menschen, so versöhnt er auch seine Feinde mit ihm.
8 Besser wenig und gerecht als viel Besitz und Unrecht.
9 Des Menschen Herz plant seinen Weg, doch der Herr lenkt seinen Schritt.
10 Gottesentscheid kommt von den Lippen des Königs, sein Mund verfehlt sich nicht, wenn er ein Urteil fällt.
11 Rechte Waage und Waagschalen sind Sache des Herrn, sein Werk sind alle Gewichtssteine im Beutel.
12 Frevlerisches Tun ist Königen ein Greuel; denn ein Thron steht fest durch Gerechtigkeit.
13 Gerechte Lippen gefallen dem König, wer aufrichtig redet, den liebt er.
14 Des Königs Grimm gleicht Todesboten; aber ein Weiser kann ihn besänftigen.
15 Im leuchtenden Gesicht des Königs liegt Leben, sein Wohlwollen gleicht der Regenwolke im Frühjahr.
16 Weisheit erwerben ist besser als Gold, Einsicht erwerben vortrefflicher als Silber.
17 Böses zu meiden ist das Ziel der Rechtschaffenen; wer auf seinen Weg achtet, bewahrt sein Leben.
18 Hoffart kommt vor dem Sturz, und Hochmut kommt vor dem Fall.
19 Besser bescheiden sein mit Demütigen, als Beute teilen mit Stolzen.
20 Wer auf das Wort des Herrn achtet, findet Glück; wohl dem, der auf ihn vertraut.
21 Wer ein weises Herz hat, den nennt man verständig, gefällige Rede fördert die Belehrung.
22 Wer Verstand besitzt, dem ist er ein Lebensquell, die Strafe der Toren ist die Torheit selbst.
23 Das Herz des Weisen macht seinen Mund klug, es mehrt auf seinen Lippen die Belehrung.
24 Freundliche Worte sind wie Wabenhonig, süß für den Gaumen, heilsam für den Leib.
25 Manch einem scheint sein Weg der rechte, aber am Ende sind es Wege des Todes.
26 Der Hunger des Arbeiters arbeitet für ihn; denn sein Mund treibt ihn an.
27 Ein Taugenichts ist ein Ofen voll Unheil, auf seinen Lippen ist es wie sengendes Feuer.
28 Ein tückischer Mensch erregt Streit, ein Verleumder entzweit Freunde.
29 Der Gewalttätige verführt seinen Nächsten, er bringt ihn auf einen Weg, der nicht gut ist.
30 Wer mit den Augen zwinkert, sinnt auf Tücke; wer die Lippen verzieht, hat das Böse schon vollbracht.
31 Graues Haar ist eine prächtige Krone, auf dem Weg der Gerechtigkeit findet man sie.
32 Besser ein Langmütiger als ein Kriegsheld, besser, wer sich selbst beherrscht, als wer Städte erobert.
33 Im Bausch des Gewandes schüttelt man das Los, doch jede Entscheidung kommt allein vom Herrn.
17 1 Besser ein trockenes Stück Brot und Ruhe dabei als ein Haus voll Braten und dabei Streit.
2 Ein kluger Knecht wird Herr über einen mißratenen Sohn, und mit den Brüdern teilt er das Erbe.
3 Der Schmelztiegel ist für Silber da, der Ofen für Gold, die Herzen aber prüft der Herr.
4 Der Übeltäter achtet auf böse Lippen, der Lügner horcht hin auf eine verderbte Zunge.
5 Wer den Armen verspottet, schmäht dessen Schöpfer, wer sich über ein Unglück freut, bleibt nicht ungestraft.
6 Eine Krone der Alten sind Kindeskinder; der Kinder Ruhm sind ihre Väter.
7 Dem Toren stehen hochtönende Worte nicht an, noch viel weniger dem Edlen die Sprache der Lüge.
8 Bestechungsgeld ist ein Zauberstein in den Augen des Gebers; wohin er sich wendet, hat er Erfolg.
9 Wer Fehler zudeckt, sucht Freundschaft; wer eine Sache weiterträgt, trennt Freunde.
10 Tadel erschüttert einen Verständigen mehr als hundert Schläge einen Toren.
11 Der Böse trachtet nach Aufruhr, aber ein strenger Gerichtsbote wird gegen ihn ausgesandt.
12 Lieber einer Bärin begegnen, der man die Jungen geraubt hat, als einem Toren in seinem Unverstand.
13 Vergilt einer Gutes mit Bösem, weicht das Unheil nicht von seinem Haus.
14 Wer Streit anfängt, entfesselt eine Wasserflut, drum halt ein, ehe der Zank ausbricht.
15 Wer Schuldige freispricht und wer Unschuldige verurteilt, beide sind dem Herrn ein Greuel.
16 Wozu denn Geld in der Hand des Toren? Etwa um Weisheit zu kaufen, da ihm doch der Verstand fehlt?
17 Der Freund erweist zu jeder Zeit Liebe, als Bruder für die Not ist er geboren.
18 Ohne Verstand ist, wer Handschlag leistet, wer Bürgschaft übernimmt für einen andern.
19 Verbrechen liebt, wer Streit liebt; wer seine Tür zu hoch macht, will den Einsturz.
20 Wer ein unaufrichtiges Herz hat, findet kein Glück, wer sich beim Reden verstellt, stürzt ins Unheil.
21 Wer einen Toren zeugt, dem bringt es Gram; der Vater eines Narren kann sich nicht freuen.
22 Ein fröhliches Herz tut dem Leib wohl, ein bedrücktes Gemüt läßt die Glieder verdorren.
23 Bestechung aus dem Gewandbausch nimmt der Frevler an, um die Pfade des Rechts zu verkehren.
24 Vor dem Blick des Verständigen steht Weisheit, doch die Augen des Toren schweifen bis ans Ende der Erde.
25 Ein törichter Sohn bereitet seinem Vater Verdruß und Kummer seiner Mutter, die ihn geboren hat.
26 Schon eine Geldstrafe für den Unschuldigen ist nicht gut, aber Edle schlagen zu lassen ist gegen das Recht.
27 Wer sich zurückhält beim Reden hat tiefe Einsicht, wer kühl überlegt, ist ein verständiger Mann.
28 Auch ein Tor kann als weise gelten, wenn er schweigt, als einsichtig, wenn er seine Lippen verschließt.
18 1 Der Abtrünnige sucht nach einem Vorwand, um loszubrechen mit aller Gewalt.
2 Der Tor hat kein Gefallen an Einsicht, vielmehr daran, sein Herz zur Schau zu stellen.
3 Kommt Frevel, kommt auch Verachtung und mit der Schandtat die Schmach.
4 Tiefe Wasser sind die Worte aus dem Mund eines Menschen, ein sprudelnder Bach, eine Quelle der Weisheit.
5 Es ist nicht gut, einen Schuldigen zu begünstigen und den Unschuldigen abzuweisen vor Gericht.
6 Die Lippen des Toren beginnen Streit, sein Mund schreit nach Schlägen.
7 Dem Toren wird sein Mund zum Verderben; seine Lippen werden ihm selbst zur Falle.
8 Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen, sie gleiten hinab in die Kammern des Leibes.
9 Wer lässig ist bei seiner Arbeit, ist schon ein Bruder des Mörders.
10 Ein fester Turm ist der Name des Herrn, dorthin eilt der Gerechte und ist geborgen.
11 Für den Reichen ist sein Vermögen wie eine feste Stadt, wie eine hohe Mauer - in seiner Einbildung.
12 Vor dem Sturz ist das Herz des Menschen überheblich, aber der Ehre geht Demut voran.
13 Gibt einer Antwort, bevor er gehört hat, ist es Torheit und Schande für ihn.
14 Der Geist des Menschen überwindet die Krankheit, doch einen zerschlagenen Geist, wer kann den aufrichten?
15 Das Herz des Verständigen erwirbt sich Erkenntnis, das Ohr der Weisen sucht Erkenntnis.
16 Geschenke schaffen dem Geber Raum und geleiten ihn vor die Großen.
17 Recht bekommt in seinem Streitfall der erste, aber dann kommt der andere und geht der Sache nach.
18 Streitigkeiten beendet das Los; es entscheidet zwischen Mächtigen.
19 Ein getäuschter Bruder ist verschlossener als eine Festung, Streitigkeiten sind wie der Sperriegel einer Burg.
20 Von der Frucht seines Mundes wird ein jeder satt, vom Ertrag seiner Lippen wird er gesättigt.
21 Tod und Leben stehen in der Macht der Zunge; wer sie liebevoll gebraucht, genießt ihre Frucht.
22 Wer eine Frau gefunden, hat Glück gefunden und das Gefallen des Herrn erlangt.
23 Flehentlich redet der Arme, der Reiche aber antwortet mit Härte.
24 Manche Freunde führen ins Verderben, manch ein lieber Freund ist anhänglicher als ein Bruder.
19 1 Besser ein Armer, der schuldlos seinen Weg geht, als einer mit verlogenen Lippen, der ein Tor ist.
2 Schon unvernünftige Begierde ist nicht gut, und wer hastig rennt, tritt fehl.
3 Die Torheit verdirbt dem Menschen den Weg, und dann grollt sein Herz gegen den Herrn.
4 Besitz vermehrt die Zahl der Freunde, der Arme aber wird von seinem Freund verlassen.
5 Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft, wer Lügen flüstert, wird nicht entrinnen.
6 Viele umschmeicheln den Vornehmen, und jeder will der Freund eines freigebigen Mannes sein.
7 Vom Armen wollen alle seine Brüder nichts wissen, erst recht bleiben ihm seine Freunde fern. Wer Worten nachjagt, wird nicht entrinnen.
8 Wer Verstand erwirbt, liebt sich selbst, wer Einsicht bewahrt, findet sein Glück.
9 Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft, wer Lügen flüstert, geht zugrunde.
10 Wohlleben steht dem Toren nicht an, noch weniger einem Knecht, über Fürsten zu herrschen.
11 Einsicht macht den Menschen langmütig, sein Ruhm ist es, über Verfehlungen hinwegzugehen.
12 Wie das Knurren des Löwen ist der Zorn des Königs, doch wie Tau auf dem Gras ist seine Gunst.
13 Ein Unglück für den Vater ist ein törichter Sohn und wie ein ständig tropfendes Dach das Gezänk einer Frau.
14 Haus und Habe sind das Erbe der Väter, doch eine verständige Frau kommt vom Herrn.
15 Faulheit versenkt in Schlaf, ein träger Mensch muß hungern.
16 Wer (Gottes) Gebot bewahrt, bewahrt sein Leben, wer seine Wege verachtet, muß sterben.
17 Wer Erbarmen hat mit dem Elenden, leiht dem Herrn; er wird ihm seine Wohltat vergelten.
18 Züchtige deinen Sohn, solange noch Hoffnung ist, doch laß dich nicht hinreißen, ihn zu töten.
19 Der maßlos Jähzornige muß büßen; denn willst du schlichten, machst du es noch ärger.
20 Hör auf guten Rat, und nimm Zucht an, damit du weise wirst für die Zukunft.
21 Viele Pläne faßt das Herz des Menschen, doch nur der Ratschluß des Herrn hat Bestand.
22 Die Menschen streben nach Gewinn, doch besser ein Armer als ein Betrüger.
23 Die Gottesfurcht führt zum Leben; gesättigt geht man zur Ruhe, von keinem Übel heimgesucht.
24 Greift der Faule mit der Hand in die Schüssel, bringt er sie nicht einmal zum Mund zurück.
25 Schlägst du den Zuchtlosen, so wird der Unerfahrene klug; weist man den Verständigen zurecht, gewinnt er Einsicht.
26 Wer den Vater mißhandelt, die Mutter wegjagt, ist ein verkommener, schändlicher Sohn.
27 Gibst du es auf, mein Sohn, auf Mahnung zu hören, so entziehst du dich den Worten der Einsicht.
28 Ein nichtsnutziger Zeuge verspottet das Recht, der Mund der Frevler sprudelt Unheil hervor.
29 Für die Zuchtlosen stehen Ruten bereit und Schläge für den Rücken der Toren.
20 1 Ein Zuchtloser ist der Wein, ein Lärmer das Bier; wer sich hierin verfehlt, wird nie weise.
2 Wie das Knurren des Löwen ist der Grimm des Königs; wer ihn erzürnt, verwirkt sein Leben.
3 Es ehrt den Menschen, vom Streit abzulassen, jeder Tor aber bricht los.
4 Der Faule pflügt nicht im Herbst; sucht er in der Erntezeit, so ist nichts da.
5 Ein tiefes Wasser sind die Pläne im Herzen des Menschen, doch der Verständige schöpft es herauf.
6 Viele Menschen rühmen sich ihrer Güte, aber wer findet einen, auf den Verlaß ist?
7 Wer als Gerechter unbescholten seinen Weg geht: Wohl den Kindern, die er hinterläßt.
8 Ein König auf dem Richterstuhl sondert mit seinem Scharfblick alles Böse aus.
9 Wer kann sagen: Ich habe mein Herz geläutert, rein bin ich von meiner Sünde?
10 Zweierlei Gewicht und zweierlei Maß, beide sind dem Herrn ein Greuel.
11 An seinem Treiben läßt schon der Knabe erkennen, ob sein Tun lauter und redlich sein wird.
12 Das Ohr, das hört, und das Auge, das sieht, der Herr hat sie beide geschaffen.
13 Liebe nicht den Schlaf, damit du nicht arm wirst; halte deine Augen offen, und du hast Brot genug.
14 Schlecht, schlecht, sagt der Käufer; geht er aber weg, so rühmt er sich.
15 Gold gibt es und viele Perlen, ein kostbarer Schmuck aber sind verständige Lippen.
16 Nimm ihm das Kleid, denn er hat für einen andern gebürgt, fremder Leute wegen pfände bei ihm!
17 Süß schmeckt dem Menschen das Brot der Lüge, hernach aber füllt sich sein Mund mit Kieseln.
18 Pläne kommen durch Beratung zustande. Darum führe den Kampf mit Überlegung!
19 Geheimnisse verrät, wer als Verleumder umhergeht. Darum laß dich nicht ein mit einem Schwätzer!
20 Wer seinem Vater flucht und seiner Mutter, dessen Lampe erlischt zur Zeit der Finsternis.
21 Ein Besitz, schnell errafft am Anfang, ist nicht gesegnet an seinem Ende.
22 Sag nicht: Ich will das Böse vergelten. Vertrau auf den Herrn, er wird dir helfen.
23 Ein Greuel ist dem Herrn zweierlei Gewicht, eine falsche Waage ist nicht recht.
24 Der Herr lenkt die Schritte eines jeden. Wie könnte der Mensch seinen Weg verstehen?
25 Eine Falle ist es, unbedacht zu rufen: Geweiht!, und erst nach dem Gelübde zu überlegen.
26 Ein weiser König sondert die Frevler aus und vergilt ihnen ihre Untat.
27 Der Herr wacht über den Atem des Menschen, er durchforscht alle Kammern des Leibes.
28 Güte und Treue behüten den König, er stützt seinen Thron durch Güte.
29 Der Ruhm der Jungen ist ihre Kraft, die Zier der Alten ihr graues Haar.
30 Blutige Striemen läutern den Bösen und Schläge die Kammern des Leibes.
21 1 Wie ein Wasserbach ist das Herz des Königs in der Hand des Herrn; er lenkt es, wohin er will.
2 Jeder meint, sein Verhalten sei richtig, doch der Herr prüft die Herzen.
3 Gerechtigkeit üben und Recht ist dem Herrn lieber als Schlachtopfer.
4 Hoffart der Augen, Übermut des Herzens - die Leuchte der Frevler versagt.
5 Die Pläne des Fleißigen bringen Gewinn, doch der hastige Mensch hat nur Mangel.
6 Wer Schätze erwirbt mit verlogener Zunge, jagt nach dem Wind, er gerät in die Schlingen des Todes.
7 Gewalttat reißt die Frevler hinweg, denn sie weigern sich, das Rechte zu tun.
8 Der Weg des Unehrlichen ist gewunden, aber das Tun des Lauteren ist gerade.
9 Besser in einer Ecke des Daches wohnen als eine zänkische Frau im gemeinsamen Haus.
10 Das Verlangen des Frevlers geht nach dem Bösen, sein Nächster findet bei ihm kein Erbarmen.
11 Muß der Zuchtlose büßen, so wird der Unerfahrene weise, belehrt man den Weisen, so nimmt er Einsicht an.
12 Der Gerechte handelt klug am Haus des Frevlers, wenn er die Frevler ins Unheil stürzt.
13 Wer sein Ohr verschließt vor dem Schreien des Armen, wird selbst nicht erhört, wenn er um Hilfe ruft.
14 Eine heimliche Gabe besänftigt den Zorn, ein Geschenk aus dem Gewandbausch den heftigen Grimm.
15 Der Gerechte freut sich, wenn Recht geschieht, doch den Übeltäter versetzt das in Schrecken.
16 Wer abirrt vom Weg der Einsicht, wird bald in der Versammlung der Totengeister ruhen.
17 Der Not verfällt, wer Vergnügen liebt, wer Wein und Salböl liebt, wird nicht reich.
18 Für den Gerechten dient der Frevler als Lösegeld, anstelle des Redlichen der Treulose.
19 Besser in der Wüste hausen als Ärger mit einer zänkischen Frau.
20 Ein kostbarer Schatz ist in der Wohnung des Weisen, aber ein törichter Mensch vergeudet ihn.
21 Wer nach Gerechtigkeit und Güte strebt, findet Leben und Ehre.
22 Der Weise ersteigt die Stadt der Mächtigen und stürzt das Bollwerk, auf das sie vertraut.
23 Wer seinen Mund und seine Zunge behütet, der behütet sein Leben vor Drangsal.
24 Der Freche und Stolze, einen Zuchtlosen nennt man ihn, er handelt in maßlosem Übermut.
25 Den Faulen bringt sein Begehren um, denn zu arbeiten weigern sich seine Hände;
26 den ganzen Tag begehrt er voll Gier, der Gerechte aber gibt, ohne zu geizen.
27 Das Opfer der Frevler ist (dem Herrn) ein Greuel, zumal wenn es in schlechter Absicht dargebracht wird.
28 Ein falscher Zeuge geht zugrunde, wer aber zu hören versteht, redet erfolgreich.
29 Der Frevler zeigt Trotz in seiner Miene, der Redliche ordnet seine Wege.
30 Keine Weisheit gibt es, keine Einsicht, keinen Rat gegenüber dem Herrn.
31 Das Roß wird gerüstet für den Tag der Schlacht, doch der Sieg steht beim Herrn.
22 1 Guter Ruf ist kostbarer als großer Reichtum, hohes Ansehen besser als Silber und Gold.
2 Reiche und Arme begegnen einander, doch der Herr hat sie alle erschaffen.
3 Der Kluge sieht das Unheil und verbirgt sich, die Unerfahrenen laufen weiter und müssen es büßen.
4 Der Lohn für Demut und Gottesfurcht ist Reichtum, Ehre und Leben.
5 Dornen und Schlingen liegen auf dem Weg des Falschen; wer sein Leben behütet, bleibt ihnen fern.
6 Erzieh den Knaben für seinen Lebensweg, dann weicht er auch im Alter nicht davon ab.
7 Der Reiche hat die Armen in seiner Gewalt, der Schuldner ist seines Gläubigers Knecht.
8 Wer Unrecht sät, erntet Unheil, der Stecken seines Übermuts versagt.
9 Wer ein gütiges Auge hat, wird gesegnet, weil er den Armen von seinem Brot gibt.
10 Vertreib den Zuchtlosen, so schwindet der Zank, Streiten und Schimpfen hören auf.
11 Wer die Lauterkeit des Herzens liebt - wegen seiner gefälligen Rede wird der König sein Freund.
12 Die Augen des Herrn behüten den Einsichtigen, das Gerede des Verräters bringt er zu Fall.
13 Der Faule sagt: Ein Löwe ist draußen, mitten auf der Straße käme ich ums Leben.
14 Der Mund fremder Frauen ist eine tiefe Grube; wem der Herr zürnt, der fällt hinein.
15 Steckt Torheit im Herzen des Knaben, die Rute der Zucht vertreibt sie daraus.
16 Wer den Armen bedrückt, macht ihn reich, wer dem Reichen gibt, macht ihn arm.
17 Worte von Weisen: Neige mir dein Ohr zu, und hör auf meine Worte, nimm dir meine Lehren zu Herzen!
18 Schön ist es, wenn du sie in deinem Innern bewahrst; sie mögen fest wie ein Zeltpflock auf deinen Lippen haften.
19 Damit dein Vertrauen auf dem Herrn steht, lehre ich dich heute seinen Weg.
20 Habe ich nicht dreißig Sätze für dich aufgeschrieben als wissenswerte Ratschläge,
21 um dir verläßliche Worte mitzuteilen, damit du deinem Auftraggeber antworten kannst?
22 Beraube den Schwachen nicht, denn er ist ja so schwach, zertritt den Armen nicht am Tor!
23 Denn der Herr führt den Rechtsstreit für sie und raubt denen das Leben, die sie berauben.
24 Befreunde dich nicht mit dem Jähzornigen, verkehre nicht mit einem Hitzkopf,
25 damit du dich nicht an seine Pfade gewöhnst und dir eine Schlinge legst für dein Leben.
26 Sei nicht unter denen, die sich durch Handschlag verpflichten, die Bürgschaft leisten für Schulden;
27 wenn du nicht zahlen kannst, nimmt man dein Bett unter dir weg.
28 Verschieb nicht die alte Grenze, die deine Väter gesetzt haben.
29 Siehst du einen, der gewandt ist in seinem Beruf: vor Königen wird er dienen.
23 1 Wenn du zu Tisch sitzt bei einem Herrscher, so achte nur auf das, was vor dir steht.
2 Setz ein Messer an deine Kehle, wenn du ein gieriger Mensch bist.
3 Sei nicht begierig auf seine Leckerbissen; sie sind eine trügerische Speise.
4 Müh dich nicht ab, um Reichtum zu erwerben und dabei deine Einsicht aufzugeben.
5 Flüchtig ist er; schaust du nach ihm, ist er weg; plötzlich macht er sich Flügel und fliegt wie ein Adler zum Himmel.
6 Iß nicht das Brot des Geizigen, sei nicht begierig auf seine Leckerbissen!
7 Denn sie schmecken in der Kehle wie etwas Ekliges. Er sagt zu dir: Iß und trink!, doch sein Herz ist dir nicht zugetan.
8 Den Bissen, den du gegessen hast, mußt du erbrechen, und deine freundlichen Worte hast du vergeudet.
9 Rede nicht vor den Ohren eines Törichten; denn er mißachtet deine klugen Worte.
10 Verschieb nicht die alte Grenze, dring nicht in die Felder der Waisen vor!
11 Denn ihr Anwalt ist mächtig, er wird ihre Sache gegen dich führen.
12 Öffne dein Herz für die Zucht, dein Ohr für verständige Reden!
13 Erspar dem Knaben die Züchtigung nicht; wenn du ihn schlägst mit dem Stock, wird er nicht sterben.
14 Du schlägst ihn mit dem Stock, bewahrst aber sein Leben vor der Unterwelt.
15 Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, so freut sich auch mein eigenes Herz.
16 Mein Inneres ist voll Jubel, wenn deine Lippen reden, was recht ist.
17 Dein Herz ereifere sich nicht wegen der Sünder, sondern eifere stets nach Gottesfurcht!
18 Denn sicher gibt es eine Zukunft, deine Hoffnung wird nicht zerschlagen.
19 Höre, mein Sohn, und sei weise, lenk dein Herz auf geraden Weg!
20 Gesell dich nicht zu den Weinsäufern, zu solchen, die im Fleischgenuß schlemmen;
21 denn Säufer und Schlemmer werden arm, Schläfrigkeit kleidet in Lumpen.
22 Hör auf deinen Vater, der dich gezeugt hat, verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird.
23 Erwirb dir Wahrheit, und verkauf sie nicht mehr: Weisheit, Zucht und Einsicht!
24 Laut jubelt der Vater des Gerechten; wer einen weisen Sohn hat, kann sich über ihn freuen.
25 Deine Eltern mögen sich freuen; jubeln möge die Mutter, die dich gebar.
26 Gib mir dein Herz, mein Sohn, deine Augen mögen an meinen Wegen Gefallen finden;
27 denn die Ehebrecherin ist eine tiefe Grube, die fremde Frau ein enger Brunnen.
28 Ja, wie ein Räuber lauert sie auf und mehrt die Verräter unter den Menschen.
29 Wer hat Ach? Wer hat Weh? Wer Gezänk? Wer Klage? Wer hat Wunden wegen nichts? Wer trübe Augen?
30 Jene, die bis in die Nacht beim Wein sitzen, die kommen, um den Mischwein zu probieren.
31 Schau nicht nach dem Wein, wie er rötlich schimmert, wie er funkelt im Becher: Er trinkt sich so leicht!
32 Zuletzt beißt er wie eine Schlange, verspritzt Gift gleich einer Viper.
33 Deine Augen sehen seltsame Dinge, dein Herz redet wirres Zeug.
34 Du bist wie einer, der auf hoher See schläft, der einschläft über dem Steuer des Schiffes.
35 Man hat mich geschlagen, doch es tat mir nicht weh, man hat mich gehauen, aber ich habe nichts gespürt. Wann wache ich auf? Von neuem will ich zum Wein greifen.
24 1 Sei nicht neidisch auf böse Menschen, such keinen Umgang mit ihnen!
2 Denn ihr Herz sinnt auf Gewalttat, Unheil reden ihre Lippen.
3 Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, durch Umsicht gewinnt es Bestand.
4 Durch Klugheit werden die Kammern gefüllt mit allerlei wertvollen, köstlichen Gütern.
5 Der Weise ist dem Starken überlegen, ein verständiger Mensch dem robusten.
6 Denn durch Überlegung gewinnst du den Kampf, viele Ratgeber verhelfen zum Sieg.
7 Zu hoch hängt dem Toren die Weisheit, am Tor tut er den Mund nicht auf.
8 Wer stets darauf aus ist, Böses zu tun, den nennt man einen Ränkeschmied.
9 Das Trachten des Toren ist Sünde, der Zuchtlose ist den Menschen ein Greuel.
10 Zeigst du dich lässig am Tag der Bedrängnis, so wird auch deine Kraft bedrängt.
11 Befrei jene, die man zum Tod schleppt; die zur Hinrichtung wanken, rette sie doch!
12 Wolltest du sagen: Gott weiß von uns nichts; - hat er, der die Herzen prüft, keine Kenntnis? Hat er, der über dich wacht, kein Wissen? Ja, er vergilt jedem Menschen, wie sein Tun es verdient.
13 Iß Honig, mein Sohn, denn er ist gut, Wabenhonig ist süß für den Gaumen.
14 Wisse: Genauso ist die Weisheit für dich. Findest du sie, dann gibt es eine Zukunft, deine Hoffnung wird nicht zerschlagen.
15 Belaure nicht frevlerisch die Wohnung des Gerechten, zerstöre sein Ruhelager nicht!
16 Denn siebenmal fällt der Gerechte und steht wieder auf, doch die Frevler stürzen ins Unglück.
17 Freu dich nicht über den Sturz deines Feindes, dein Herz juble nicht, wenn er strauchelt,
18 damit nicht der Herr es sieht und mißbilligt und seinen Zorn von ihm abwendet.
19 Erhitz dich nicht wegen der Übeltäter, ereifere dich nicht wegen der Frevler!
20 Denn für den Bösen gibt es keine Zukunft, die Lampe der Frevler erlischt.
21 Fürchte den Herrn, mein Sohn, und den König; mit diesen beiden überwirf dich nicht!
22 Denn plötzlich geht von ihnen Verderben aus, und unvermutet kommt Unheil von beiden.
23 Auch folgende Sprichwörter stammen von Weisen: Im Gericht auf die Person sehen ist nicht recht.
24 Wer zum Schuldigen sagt: Unschuldig bist du!, den verfluchen die Menschen, verwünschen die Leute.
25 Denen aber, die entscheiden, wie es recht ist, geht es gut; über sie kommt Segen und Glück.
26 Einen Kuß auf die Lippen gibt, wer richtig antwortet.
27 Nimm draußen deine Arbeit auf und bestell dein Feld, danach gründe deinen Hausstand!
28 Tritt gegen deinen Nächsten nicht als falscher Zeuge auf, betrüge nicht mit deinen Worten!
29 Sag nicht: Wie er mir getan hat, so will ich auch ihm tun, einem jedem will ich vergelten, wie es seine Taten verdienen.
30 Am Acker eines Faulen ging ich vorüber, am Weinberg eines unverständigen Menschen:
31 Sieh da, er war ganz überwuchert von Disteln, seine Fläche mit Unkraut bedeckt, seine Steinmauer eingerissen.
32 Ich sah es und machte mir meine Gedanken, ich betrachtete es und zog die Lehre daraus:
33 Noch ein wenig schlafen, noch ein wenig schlummern, noch ein wenig die Arme verschränken, um auszuruhen.
34 Da kommt schon die Armut wie ein Strolch über dich, die Not wie ein zudringlicher Bettler.
25 1 Auch das sind Sprichwörter Salomos, die die Männer Hiskijas, des Königs von Juda, sammelten.
2 Gottes Ehre ist es, eine Sache zu verhüllen, des Königs Ehre ist es, eine Sache zu erforschen.
3 Der Himmel so hoch und die Erde so tief und das Herz des Königs: sie sind nicht zu erforschen.
4 Scheidet man die Schlacken vom Silber, gelingt dem Feinschmied das Gefäß.
5 Scheidet man den Frevler vom König, erlangt dessen Thron Bestand durch Gerechtigkeit.
6 Rühme dich nicht vor dem König, und stell dich nicht an den Platz der Großen;
7 denn besser, man sagt zu dir: Rück hier herauf, als daß man dich nach unten setzt wegen eines Vornehmen. Was deine Augen sahen,
8 bring es nicht übereilt als Streitfall vor; denn was willst du später tun, wenn dein Nächster dich bloßstellt?
9 Trag deinen Streit mit deinem Nächsten aus, doch verrate nicht das Geheimnis eines andern,
10 sonst wird dich schmähen, wer es hört, und dein Geschwätz wird auf dich zurückfallen.
11 Wie goldene Äpfel auf silbernen Schalen ist ein Wort, gesprochen zur rechten Zeit.
12 Wie ein goldener Ring und Schmuck aus Feingold ist ein weiser Mahner für ein Ohr, das zuhört.
13 Wie kühlender Schnee an einem Sommertag ist ein verläßlicher Bote für den, der ihn sendet; er erquickt die Seele seines Herrn.
14 Aufziehende Wolken mit Wind, doch kein Regen, so ist ein Mann, der Versprechungen macht und nicht hält.
15 Mit Geduld wird ein Vorgesetzter umgestimmt, sanfte Zunge bricht Knochen.
16 Findest du Honig, iß nur, soviel dir bekommt, sonst wirst du ihn satt und erbrichst ihn.
17 Mach dich rar im Haus deines Nächsten, sonst wird er dich satt und verabscheut dich.
18 Keule und Schwert und scharfer Pfeil: das ist einer, der falsch aussagt gegen seinen Nächsten.
19 Schlechter Zahn und stolpernder Fuß: der Verräter am Tag der Not.
20 Essig auf Laugensalz - (so ist,) wer Lieder singt vor einem mißmutigen Herzen.
21 Hat dein Feind Hunger, gib ihm zu essen, hat er Durst, gib ihm zu trinken;
22 so sammelst du glühende Kohlen auf sein Haupt, und der Herr wird es dir vergelten.
23 Der Nordwind bringt Regen, eine heimtückische Zunge zornige Gesichter.
24 Besser in einer Ecke des Daches wohnen als eine zänkische Frau im gemeinsamen Haus.
25 Kühles Wasser für eine durstige Kehle ist eine gute Nachricht aus fernem Land.
26 Ein getrübter Brunnen, ein verschütteter Quell ist ein Gerechter, der vor dem Frevler wankt.
27 Zu viel Honig essen ist nicht gut: Ebenso spare mit ehrenden Worten!
28 Eine Stadt mit eingerissener Mauer ist ein Mann, der sich nicht beherrscht.
Proverbi (EUS) 14