
Salmi (EUS) 104
104 1 Lobe den Herrn, meine Seele! / Herr, mein Gott, wie groß bist du! Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet.
2 Du hüllst dich in Licht wie in ein Kleid, du spannst den Himmel aus wie ein Zelt.
3 Du verankerst die Balken deiner Wohnung im Wasser. / Du nimmst dir die Wolken zum Wagen, du fährst einher auf den Flügeln des Sturmes.
4 Du machst dir die Winde zu Boten und lodernde Feuer zu deinen Dienern.
5 Du hast die Erde auf Pfeiler gegründet; in alle Ewigkeit wird sie nicht wanken.
6 Einst hat die Urflut sie bedeckt wie ein Kleid, die Wasser standen über den Bergen.
7 Sie wichen vor deinem Drohen zurück, sie flohen vor der Stimme deines Donners.
8 Da erhoben sich Berge und senkten sich Täler an den Ort, den du für sie bestimmt hast.
9 Du hast den Wassern eine Grenze gesetzt, / die dürfen sie nicht überschreiten; nie wieder sollen sie die Erde bedecken.
10 Du läßt die Quellen hervorsprudeln in den Tälern, sie eilen zwischen den Bergen dahin.
11 Allen Tieren des Feldes spenden sie Trank, die Wildesel stillen ihren Durst daraus.
12 An den Ufern wohnen die Vögel des Himmels, aus den Zweigen erklingt ihr Gesang.
13 Du tränkst die Berge aus deinen Kammern, aus deinen Wolken wird die Erde satt.
14 Du läßt Gras wachsen für das Vieh, auch Pflanzen für den Menschen, die er anbaut, damit er Brot gewinnt von der Erde
15 und Wein, der das Herz des Menschen erfreut, damit sein Gesicht von Öl erglänzt und Brot das Menschenherz stärkt.
16 Die Bäume des Herrn trinken sich satt, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat.
17 In ihnen bauen die Vögel ihr Nest, auf den Zypressen nistet der Storch.
18 Die hohen Berge gehören dem Steinbock, dem Klippdachs bieten die Felsen Zuflucht.
19 Du hast den Mond gemacht als Maß für die Zeiten, die Sonne weiß, wann sie untergeht.
20 Du sendest Finsternis, und es wird Nacht, dann regen sich alle Tiere des Waldes.
21 Die jungen Löwen brüllen nach Beute, sie verlangen von Gott ihre Nahrung.
22 Strahlt die Sonne dann auf, so schleichen sie heim und lagern sich in ihren Verstecken.
23 Nun geht der Mensch hinaus an sein Tagwerk, an seine Arbeit bis zum Abend.
24 Herr, wie zahlreich sind deine Werke! / Mit Weisheit hast du sie alle gemacht, die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.
25 Da ist das Meer, so groß und weit, darin ein Gewimmel ohne Zahl: kleine und große Tiere.
26 Dort ziehen die Schiffe dahin, auch der Leviátan, den du geformt hast, um mit ihm zu spielen.
27 Sie alle warten auf dich, daß du ihnen Speise gibst zur rechten Zeit.
28 Gibst du ihnen, dann sammeln sie ein; öffnest du deine Hand, werden sie satt an Gutem.
29 Verbirgst du dein Gesicht, sind sie verstört; / nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin und kehren zurück zum Staub der Erde.
30 Sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen, und du erneuerst das Antlitz der Erde.
31 Ewig währe die Herrlichkeit des Herrn; der Herr freue sich seiner Werke.
32 Er blickt auf die Erde, und sie erbebt; er rührt die Berge an, und sie rauchen.
33 Ich will dem Herrn singen, solange ich lebe, will meinem Gott spielen, solange ich da bin.
34 Möge ihm mein Dichten gefallen. Ich will mich freuen am Herrn.
35 Doch die Sünder sollen von der Erde verschwinden, / und es sollen keine Frevler mehr dasein. Lobe den Herrn, meine Seele! Halleluja!
105 1 Dankt dem Herrn! Ruft seinen Namen an! Macht unter den Völkern seine Taten bekannt!
2 Singt ihm und spielt ihm, sinnt nach über all seine Wunder!
3 Rühmt euch seines heiligen Namens! Alle, die den Herrn suchen, sollen sich von Herzen freuen.
4 Fragt nach dem Herrn und seiner Macht; sucht sein Antlitz allezeit!
5 Denkt an die Wunder, die er getan hat, an seine Zeichen und die Beschlüsse aus seinem Mund.
6 Bedenkt es, ihr Nachkommen seines Knechtes Abraham, ihr Kinder Jakobs, die er erwählt hat.
7 Er, der Herr, ist unser Gott. Seine Herrschaft umgreift die Erde.
8 Ewig denkt er an seinen Bund, an das Wort, das er gegeben hat für tausend Geschlechter,
9 an den Bund, den er mit Abraham geschlossen, an den Eid, den er Isaak geschworen hat.
10 Er bestimmte ihn als Satzung für Jakob, als ewigen Bund für Israel.
11 Er sprach: Dir will ich Kanaan geben, das Land, das dir als Erbe bestimmt ist.
12 Als sie noch gering waren an Zahl, nur wenige und fremd im Land,
13 und noch zogen von Volk zu Volk, von einem Reich zum andern,
14 da ließ er sie von niemand bedrücken, wies ihretwegen Könige zurecht:
15 "Tastet meine Gesalbten nicht an, tut meinen Propheten nichts zuleide!"
16 Dann aber rief er den Hunger ins Land, entzog ihnen allen Vorrat an Brot.
17 Doch hatte er ihnen einen Mann vorausgesandt: Josef wurde als Sklave verkauft.
18 Man spannte seine Füße in Fesseln und zwängte seinen Hals ins Eisen
19 bis zu der Zeit, als sein Wort sich erfüllte und der Spruch des Herrn ihm recht gab.
20 Da sandte der König einen Boten und ließ ihn frei, der Herrscher der Völker ließ ihn heraus.
21 Er bestellte ihn zum Herrn über sein Haus, zum Gebieter über seinen ganzen Besitz.
22 Er sollte die Fürsten lenken nach seinem Sinn und die Ältesten Weisheit lehren.
23 Und Israel kam nach Ägypten, Jakob wurde Gast im Lande Hams.
24 Da mehrte Gott sein Volk gewaltig, machte es stärker als das Volk der Bedrücker.
25 Er wandelte ihren Sinn zum Haß gegen sein Volk, so daß sie an seinen Knechten tückisch handelten.
26 Dann sandte er Mose, seinen Knecht, und Aaron, den Gott sich erwählte.
27 Sie wirkten unter ihnen seine Zeichen, im Lande Hams seine Wunder.
28 Er sandte Finsternis, da wurde es dunkel; doch achteten sie nicht auf sein Wort.
29 Er verwandelte ihre Gewässer in Blut und ließ ihre Fische sterben.
30 Ihr Land wimmelte von Fröschen bis hinein in den Palast des Königs.
31 Er gebot, da kamen Schwärme von Fliegen und von Stechmücken über das ganze Gebiet.
32 Er schickte ihnen Hagel statt Regen, flammendes Feuer auf ihr Land.
33 Er zerschlug ihnen Weinstock und Feigenbaum und knickte in ihrem Gebiet die Bäume um.
34 Er gebot, da kamen Schwärme von Grillen und Wanderheuschrecken in gewaltiger Zahl.
35 Sie fraßen alles Grün in ihrem Land, sie fraßen die Frucht ihrer Felder.
36 Er erschlug im Land jede Erstgeburt, die ganze Blüte der Jugend.
37 Er führte sein Volk heraus mit Silber und Gold; in seinen Stämmen fand sich kein Schwächling.
38 Bei ihrem Auszug waren die Ägypter froh; denn Schrecken vor ihnen hatte sie alle befallen.
39 Eine Wolke breitete er aus, um sie zu decken, und Feuer, um die Nacht zu erleuchten.
40 Als sie ihn baten, schickte er Wachteln und sättigte sie mit Brot vom Himmel.
41 Er öffnete den Felsen, und Wasser entquoll ihm, wie ein Strom floß es dahin in der Wüste.
42 Denn er dachte an sein heiliges Wort und an Abraham, seinen Knecht.
43 Er führte sein Volk heraus in Freude, seine Erwählten in Jubel.
44 Er gab ihnen die Länder der Völker und ließ sie den Besitz der Nationen gewinnen,
45 damit sie seine Satzungen hielten und seine Gebote befolgten. Halleluja!
106 1 Halleluja! Danket dem Herrn; denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig.
2 Wer kann die großen Taten des Herrn erzählen, all seinen Ruhm verkünden?
3 Wohl denen, die das Recht bewahren, und zu jeder Zeit tun, was gerecht ist.
4 Denk an mich, Herr, aus Liebe zu deinem Volk, such mich auf und bring mir Hilfe!
5 Laß mich das Glück deiner Erwählten schauen, / an der Freude deines Volkes mich freuen, damit ich gemeinsam mit deinem Erbe mich rühmen kann.
6 Wir haben zusammen mit unsern Vätern gesündigt, wir haben Unrecht getan und gefrevelt.
7 Unsre Väter in Ägypten begriffen deine Wunder nicht, / dachten nicht an deine reiche Huld und trotzten dem Höchsten am Schilfmeer.
8 Er aber hat sie gerettet, um seinen Namen zu ehren und seine Macht zu bekunden.
9 Er bedrohte das Schilfmeer, da wurde es trocken; wie durch eine Steppe führte er sie durch die Fluten.
10 Er rettete sie aus der Hand derer, die sie haßten, erlöste sie aus der Gewalt des Feindes.
11 Ihre Bedränger bedeckte das Wasser, nicht einer von ihnen blieb übrig.
12 Nun glaubten sie Gottes Worten und sangen laut seinen Lobpreis.
13 Doch sie vergaßen schnell seine Taten, wollten auf seinen Ratschluß nicht warten.
14 Sie wurden in der Wüste begehrlich und versuchten Gott in der Öde.
15 Er gab ihnen, was sie von ihm verlangten; dann aber erfaßte sie Ekel und Überdruß.
16 Sie wurden im Lager eifersüchtig auf Mose und auf Aaron, den Heiligen des Herrn.
17 Die Erde tat sich auf, sie verschlang den Datan und bedeckte die Rotte Abírams.
18 Feuer verbrannte die Rotte, Flammen verzehrten die Frevler.
19 Sie machten am Horeb ein Kalb und warfen sich vor dem Gußbild nieder.
20 Die Herrlichkeit Gottes tauschten sie ein gegen das Bild eines Stieres, der Gras frißt.
21 Sie vergaßen Gott, ihren Retter, der einst in Ägypten Großes vollbrachte,
22 Wunder im Lande Hams, furchterregende Taten am Schilfmeer.
23 Da faßte er einen Plan, und er hätte sie vernichtet, / wäre nicht Mose, sein Erwählter, für sie in die Bresche gesprungen, so daß Gott sie im Zorn nicht vertilgte.
24 Sie verschmähten das köstliche Land; sie glaubten seinen Verheißungen nicht.
25 In ihren Zelten murrten sie, hörten nicht auf die Stimme des Herrn.
26 Da erhob er gegen sie die Hand, um sie niederzustrecken noch in der Wüste,
27 ihre Nachkommen unter die Völker zu zerstreuen, sie in alle Welt zu versprengen.
28 Sie hängten sich an den Báal-Pegór und aßen die Opfer der toten Götzen.
29 Sie erbitterten Gott mit ihren schändlichen Taten, bis über sie eine schwere Plage kam.
30 Pinhas trat auf und hielt Gericht; so wurde die Plage abgewandt.
31 Das rechnete Gott ihm als Gerechtigkeit an, ihm und seinem Geschlecht für immer und ewig.
32 An den Wassern von Meríba reizten sie Gottes Zorn, ihretwegen erging es Mose übel.
33 Denn sie hatten seinen Geist erbittert, sein Mund redete unbedacht.
34 Sie rotteten die Völker nicht aus, wie ihnen der Herr einst befahl.
35 Sie vermischten sich mit den Heiden und lernten von ihren Taten.
36 Sie dienten ihren Götzen; die wurden ihnen zur Falle.
37 Sie brachten ihre Söhne und Töchter dar als Opfer für die Dämonen.
38 Sie vergossen schuldloses Blut, das Blut ihrer Söhne und Töchter, die sie den Götzen Kanaans opferten; so wurde das Land durch Blutschuld entweiht.
39 Sie wurden durch ihre Taten unrein und brachen Gott mit ihrem Tun die Treue.
40 Der Zorn des Herrn entbrannte gegen sein Volk, er empfand Abscheu gegen sein Erbe.
41 Er gab sie in die Hand der Völker, und die sie haßten, beherrschten sie.
42 Ihre Feinde bedrängten sie, unter ihre Hand mußten sie sich beugen.
43 Oft hat er sie befreit; / sie aber trotzten seinem Beschluß und versanken in ihrer Schuld.
44 Doch als er ihr Flehen hörte, sah er auf ihre Not
45 und dachte ihnen zuliebe an seinen Bund; er hatte Mitleid in seiner großen Gnade.
46 Bei denen, die sie verschleppten, ließ er sie Erbarmen erfahren.
47 Hilf uns, Herr, unser Gott, führe uns aus den Völkern zusammen! Wir wollen deinen heiligen Namen preisen, uns rühmen, weil wir dich loben dürfen.
48 Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, / vom Anfang bis ans Ende der Zeiten. Alles Volk soll sprechen: Amen. Halleluja!
107 1 Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig.
2 So sollen alle sprechen, die vom Herrn erlöst sind, die er von den Feinden befreit hat.
3 Denn er hat sie aus den Ländern gesammelt, vom Aufgang und Niedergang, vom Norden und Süden.
4 Sie, die umherirrten in der Wüste, im Ödland, und den Weg zur wohnlichen Stadt nicht fanden,
5 die Hunger litten und Durst, denen das Leben dahinschwand,
6 die dann in ihrer Bedrängnis schrien zum Herrn, die er ihren Ängsten entriß
7 und die er führte auf geraden Wegen, so daß sie zur wohnlichen Stadt gelangten:
8 sie alle sollen dem Herrn danken für seine Huld, für sein wunderbares Tun an den Menschen,
9 weil er die lechzende Seele gesättigt, die hungernde Seele mit seinen Gaben erfüllt hat.
10 Sie, die saßen in Dunkel und Finsternis, gefangen in Elend und Eisen,
11 die den Worten Gottes getrotzt und verachtet hatten den Ratschluß des Höchsten,
12 deren Herz er durch Mühsal beugte, die stürzten und denen niemand beistand,
13 die dann in ihrer Bedrängnis schrien zum Herrn, die er ihren Ängsten entriß,
14 die er herausführte aus Dunkel und Finsternis und deren Fesseln er zerbrach:
15 sie alle sollen dem Herrn danken für seine Huld, für sein wunderbares Tun an den Menschen,
16 weil er die ehernen Tore zerbrochen, die eisernen Riegel zerschlagen hat.
17 Sie, die dahinsiechten in ihrem sündhaften Treiben, niedergebeugt wegen ihrer schweren Vergehen,
18 denen vor jeder Speise ekelte, die nahe waren den Pforten des Todes,
19 die dann in ihrer Bedrängnis schrien zum Herrn, die er ihren Ängsten entriß,
20 denen er sein Wort sandte, die er heilte und vom Verderben befreite:
21 sie alle sollen dem Herrn danken für seine Huld, für sein wunderbares Tun an den Menschen.
22 Sie sollen ihm Dankopfer weihen, mit Jubel seine Taten verkünden.
23 Sie, die mit Schiffen das Meer befuhren und Handel trieben auf den großen Wassern,
24 die dort die Werke des Herrn bestaunten, seine Wunder in der Tiefe des Meeres
25 - Gott gebot und ließ den Sturmwind aufstehn, der hoch die Wogen türmte -,
26 die zum Himmel emporstiegen / und hinabfuhren in die tiefste Tiefe, so daß ihre Seele in der Not verzagte,
27 die wie Trunkene wankten und schwankten, am Ende waren mit all ihrer Weisheit,
28 die dann in ihrer Bedrängnis schrien zum Herrn, die er ihren Ängsten entriß
29 - er machte aus dem Sturm ein Säuseln, so daß die Wogen des Meeres schwiegen -,
30 die sich freuten, daß die Wogen sich legten und er sie zum ersehnten Hafen führte:
31 sie alle sollen dem Herrn danken für seine Huld, für sein wunderbares Tun an den Menschen.
32 Sie sollen ihn in der Gemeinde des Volkes rühmen, ihn loben im Kreis der Alten.
33 Er machte Ströme zur dürren Wüste, Oasen zum dürstenden Ödland,
34 fruchtbares Land zur salzigen Steppe; denn seine Bewohner waren böse.
35 Er machte die Wüste zum Wasserteich, verdorrtes Land zu Oasen.
36 Dort siedelte er Hungernde an, sie gründeten wohnliche Städte.
37 Sie bestellten Felder, pflanzten Reben und erzielten reiche Ernten.
38 Er segnete sie, so daß sie sich gewaltig vermehrten, gab ihnen große Mengen an Vieh.
39 Dann aber wurden sie geringer an Zahl, gebeugt unter der Last von Leid und Kummer.
40 Er goß über die Edlen Verachtung aus, ließ sie umherirren in wegloser Wüste.
41 Die Armen hob er aus dem Elend empor und vermehrte ihre Sippen, einer Herde gleich.
42 Die Redlichen sehn es und freuen sich, doch alle bösen Menschen verstummen.
43 Wer ist weise und beachtet das alles, wer begreift die reiche Huld des Herrn?
108 1
2 Mein Herz ist bereit, o Gott, / mein Herz ist bereit, ich will dir singen und spielen. Wach auf, meine Seele! /
3 Wacht auf, Harfe und Saitenspiel! Ich will das Morgenrot wecken.
4 Ich will dich vor den Völkern preisen, Herr, dir vor den Nationen lobsingen.
5 Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, deine Treue, so weit die Wolken ziehn.
6 Erheb dich über die Himmel, o Gott! Deine Herrlichkeit erscheine über der ganzen Erde.
7 Hilf mit deiner Rechten, erhöre uns, damit die gerettet werden, die du so sehr liebst.
8 Gott hat in seinem Heiligtum gesprochen: / "Ich will triumphieren, will Sichem verteilen und das Tal von Sukkot vermessen.
9 Mein ist Gilead, mein auch Manasse, / Efraim ist der Helm auf meinem Haupt, Juda mein Herrscherstab.
10 Doch Moab ist mein Waschbecken, / auf Edom werfe ich meinen Schuh, ich triumphiere über das Land der Philister."
11 Wer führt mich hin zu der befestigten Stadt, wer wird mich nach Edom geleiten?
12 Gott, hast denn du uns verworfen? Du ziehst ja nicht aus, o Gott, mit unsern Heeren.
13 Bring uns doch Hilfe im Kampf mit dem Feind! Denn die Hilfe von Menschen ist nutzlos.
14 Mit Gott werden wir Großes vollbringen; er selbst wird unsere Feinde zertreten.
109 1 Gott, den ich lobe, schweig doch nicht!
2 Denn ein Mund voll Frevel, ein Lügenmaul hat sich gegen mich aufgetan. Sie reden zu mir mit falscher Zunge, /
3 umgeben mich mit Worten voll Haß und bekämpfen mich ohne Grund.
4 Sie befeinden mich, während ich für sie bete,
5 sie vergelten mir Gutes mit Bösem, mit Haß meine Liebe.
6 Sein Frevel stehe gegen ihn auf als Zeuge, ein Ankläger trete an seine Seite.
7 Aus dem Gericht gehe er verurteilt hervor, selbst sein Gebet werde zur Sünde.
8 Nur gering sei die Zahl seiner Tage, sein Amt soll ein andrer erhalten.
9 Seine Kinder sollen zu Waisen werden und seine Frau zur Witwe.
10 Unstet sollen seine Kinder umherziehen und betteln, aus den Trümmern ihres Hauses vertrieben.
11 Sein Gläubiger reiße all seinen Besitz an sich, Fremde sollen plündern, was er erworben hat.
12 Niemand sei da, der ihm die Gunst bewahrt, keiner, der sich der Waisen erbarmt.
13 Seine Nachkommen soll man vernichten, im nächsten Geschlecht schon erlösche sein Name.
14 Der Herr denke an die Schuld seiner Väter, ungetilgt bleibe die Sünde seiner Mutter.
15 Ihre Schuld stehe dem Herrn allzeit vor Augen, ihr Andenken lösche er aus auf Erden.
16 Denn dieser Mensch dachte nie daran, Gnade zu üben; / er verfolgte den Gebeugten und Armen und wollte den Verzagten töten.
17 Er liebte den Fluch - der komme über ihn; er verschmähte den Segen - der bleibe ihm fern.
18 Er zog den Fluch an wie ein Gewand; / der dringe wie Wasser in seinen Leib, wie Öl in seine Glieder.
19 Er werde für ihn wie das Kleid, in das er sich hüllt, wie der Gürtel, der ihn allzeit umschließt.
20 So lohne der Herr es denen, die mich verklagen, und denen, die Böses gegen mich reden.
21 Du aber, Herr und Gebieter, / handle an mir, wie es deinem Namen entspricht, reiß mich heraus in deiner gütigen Huld!
22 Denn ich bin arm und gebeugt, mir bebt das Herz in der Brust.
23 Wie ein flüchtiger Schatten schwinde ich dahin; sie schütteln mich wie eine Heuschrecke ab.
24 Mir wanken die Knie vom Fasten, mein Leib nimmt ab und wird mager.
25 Ich wurde für sie zum Spott und zum Hohn, sie schütteln den Kopf, wenn sie mich sehen.
26 Hilf mir, Herr, mein Gott, in deiner Huld errette mich!
27 Sie sollen erkennen, daß deine Hand dies vollbracht hat, daß du, o Herr, es getan hast.
28 Mögen sie fluchen - du wirst segnen. Meine Gegner sollen scheitern, dein Knecht aber darf sich freuen.
29 Meine Ankläger sollen sich bedecken mit Schmach, wie in einen Mantel sich in Schande hüllen.
30 Ich will den Herrn preisen mit lauter Stimme, in der Menge ihn loben.
31 Denn er steht dem Armen zur Seite, um ihn vor falschen Richtern zu retten.
110 1 So spricht der Herr zu meinem Herrn: / Setze dich mir zur Rechten, und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße.
2 Vom Zion strecke der Herr das Zepter deiner Macht aus: "Herrsche inmitten deiner Feinde!"
3 Dein ist die Herrschaft am Tage deiner Macht, (wenn du erscheinst) in heiligem Schmuck; ich habe dich gezeugt noch vor dem Morgenstern, wie den Tau in der Frühe.
4 Der Herr hat geschworen, und nie wird's ihn reuen: "Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks."
5 Der Herr steht dir zur Seite; er zerschmettert Könige am Tage seines Zornes.
6 Er hält Gericht unter den Völkern, er häuft die Toten, die Häupter zerschmettert er weithin auf Erden.
7 Er trinkt aus dem Bach am Weg; so kann er (von neuem) das Haupt erheben.
111 1 Halleluja! Den Herrn will ich preisen von ganzem Herzen im Kreis der Frommen, inmitten der Gemeinde.
2 Groß sind die Werke des Herrn, kostbar allen, die sich an ihnen freuen.
3 Er waltet in Hoheit und Pracht, seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer.
4 Er hat ein Gedächtnis an seine Wunder gestiftet, der Herr ist gnädig und barmherzig.
5 Er gibt denen Speise, die ihn fürchten, an seinen Bund denkt er auf ewig.
6 Er hat seinem Volk seine machtvollen Taten kundgetan, um ihm das Erbe der Völker zu geben.
7 Die Werke seiner Hände sind gerecht und beständig, all seine Gebote sind verläßlich.
8 Sie stehen fest für immer und ewig, geschaffen in Treue und Redlichkeit.
9 Er gewährte seinem Volk Erlösung / und bestimmte seinen Bund für ewige Zeiten. Furchtgebietend ist sein Name und heilig.
10 Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit; / alle, die danach leben, sind klug. Sein Ruhm hat Bestand für immer.
112 1 Halleluja! Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt und sich herzlich freut an seinen Geboten.
2 Seine Nachkommen werden mächtig im Land, das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet.
3 Wohlstand und Reichtum füllen sein Haus, sein Heil hat Bestand für immer.
4 Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht: der Gnädige, Barmherzige und Gerechte.
5 Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist, der das Seine ordnet, wie es recht ist.
6 Niemals gerät er ins Wanken; ewig denkt man an den Gerechten.
7 Er fürchtet sich nicht vor Verleumdung; sein Herz ist fest, er vertraut auf den Herrn.
8 Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nie; denn bald wird er herabschauen auf seine Bedränger.
9 Reichlich gibt er den Armen, / sein Heil hat Bestand für immer; er ist mächtig und hoch geehrt.
10 Voll Verdruß sieht es der Frevler, / er knirscht mit den Zähnen und geht zugrunde. Zunichte werden die Wünsche der Frevler.
113 1 Halleluja! Lobet, ihr Knechte des Herrn, lobt den Namen des Herrn!
2 Der Name des Herrn sei gepriesen von nun an bis in Ewigkeit.
3 Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang sei der Name des Herrn gelobt.
4 Der Herr ist erhaben über alle Völker, seine Herrlichkeit überragt die Himmel.
5 Wer gleicht dem Herrn, unserm Gott, im Himmel und auf Erden,
6 ihm, der in der Höhe thront, der hinabschaut in die Tiefe,
7 der den Schwachen aus dem Staub emporhebt und den Armen erhöht, der im Schmutz liegt?
8 Er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen, bei den Edlen seines Volkes.
9 Die Frau, die kinderlos war, läßt er im Hause wohnen; sie wird Mutter und freut sich an ihren Kindern. Halleluja!
114 1 Als Israel aus Ägypten auszog, Jakobs Haus aus dem Volk mit fremder Sprache,
2 da wurde Juda Gottes Heiligtum, Israel das Gebiet seiner Herrschaft.
3 Das Meer sah es und floh, der Jordan wich zurück.
4 Die Berge hüpften wie Widder, die Hügel wie junge Lämmer.
5 Was ist mit dir, Meer, daß du fliehst, und mit dir, Jordan, daß du zurückweichst?
6 Ihr Berge, was hüpft ihr wie Widder, und ihr Hügel, wie junge Lämmer?
7 Vor dem Herrn erbebe, du Erde, vor dem Antlitz des Gottes Jakobs,
8 der den Fels zur Wasserflut wandelt und Kieselgestein zu quellendem Wasser.
115 1 Nicht uns, o Herr, bring zu Ehren, / nicht uns, sondern deinen Namen, in deiner Huld und Treue!
2 Warum sollen die Völker sagen: "Wo ist denn ihr Gott?"
3 Unser Gott ist im Himmel; alles, was ihm gefällt, das vollbringt er.
4 Die Götzen der Völker sind nur Silber und Gold, ein Machwerk von Menschenhand.
5 Sie haben einen Mund und reden nicht, Augen und sehen nicht;
6 sie haben Ohren und hören nicht, eine Nase und riechen nicht;
7 mit ihren Händen können sie nicht greifen, / mit den Füßen nicht gehen, sie bringen keinen Laut hervor aus ihrer Kehle.
8 Die sie gemacht haben, sollen ihrem Machwerk gleichen, alle, die den Götzen vertrauen.
9 Israel, vertrau auf den Herrn! Er ist für euch Helfer und Schild.
10 Haus Aaron, vertrau auf den Herrn! Er ist für euch Helfer und Schild.
11 Alle, die ihr den Herrn fürchtet, vertraut auf den Herrn! Er ist für euch Helfer und Schild.
12 Der Herr denkt an uns, er wird uns segnen, / er wird das Haus Israel segnen, er wird das Haus Aaron segnen.
13 Der Herr wird alle segnen, die ihn fürchten, segnen Kleine und Große.
14 Es mehre euch der Herr, euch und eure Kinder.
15 Seid gesegnet vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
16 Der Himmel ist der Himmel des Herrn, die Erde aber gab er den Menschen.
17 Tote können den Herrn nicht mehr loben, keiner, der ins Schweigen hinabfuhr.
18 Wir aber preisen den Herrn von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja!
116 1 Ich liebe den Herrn; denn er hat mein lautes Flehen gehört
2 und sein Ohr mir zugeneigt an dem Tag, als ich zu ihm rief.
3 Mich umfingen die Fesseln des Todes, / mich befielen die Ängste der Unterwelt, mich trafen Bedrängnis und Kummer.
4 Da rief ich den Namen des Herrn an: "Ach Herr, rette mein Leben!"
5 Der Herr ist gnädig und gerecht, unser Gott ist barmherzig.
6 Der Herr behütet die schlichten Herzen; ich war in Not, und er brachte mir Hilfe.
7 Komm wieder zur Ruhe, mein Herz! Denn der Herr hat dir Gutes getan.
8 Ja, du hast mein Leben dem Tod entrissen, / meine Tränen (getrocknet), meinen Fuß (bewahrt vor) dem Gleiten.
9 So gehe ich meinen Weg vor dem Herrn im Land der Lebenden.
10 Voll Vertrauen war ich, auch wenn ich sagte: Ich bin so tief gebeugt.
11 In meiner Bestürzung sagte ich: Die Menschen lügen alle.
12 Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, was er mir Gutes getan hat?
13 Ich will den Kelch des Heils erheben und anrufen den Namen des Herrn.
14 Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen offen vor seinem ganzen Volk.
15 Kostbar ist in den Augen des Herrn das Sterben seiner Frommen.
16 Ach Herr, ich bin doch dein Knecht, / dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd. Du hast meine Fesseln gelöst.
17 Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen und anrufen den Namen des Herrn.
18 Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen offen vor seinem ganzen Volk,
19 in den Vorhöfen am Haus' des Herrn, in deiner Mitte, Jerusalem. Halleluja!
117 1 Lobet den Herrn, alle Völker, preist ihn, alle Nationen!
2 Denn mächtig waltet über uns seine Huld, die Treue des Herrn währt in Ewigkeit. Halleluja!
118 1 Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig.
2 So soll Israel sagen: Denn seine Huld währt ewig.
3 So soll das Haus Aaron sagen: Denn seine Huld währt ewig.
4 So sollen alle sagen, die den Herrn fürchten und ehren: Denn seine Huld währt ewig.
5 In der Bedrängnis rief ich zum Herrn; der Herr hat mich erhört und mich frei gemacht.
6 Der Herr ist bei mir, ich fürchte mich nicht. Was können Menschen mir antun?
7 Der Herr ist bei mir, er ist mein Helfer; ich aber schaue auf meine Hasser herab.
8 Besser, sich zu bergen beim Herrn, als auf Menschen zu bauen.
9 Besser, sich zu bergen beim Herrn, als auf Fürsten zu bauen.
10 Alle Völker umringen mich; ich wehre sie ab im Namen des Herrn.
11 Sie umringen, ja, sie umringen mich; ich wehre sie ab im Namen des Herrn.
12 Sie umschwirren mich wie Bienen, / wie ein Strohfeuer verlöschen sie; ich wehre sie ab im Namen des Herrn.
13 Sie stießen mich hart, sie wollten mich stürzen; der Herr aber hat mir geholfen.
14 Meine Stärke und mein Lied ist der Herr; er ist für mich zum Retter geworden.
15 Frohlocken und Jubel erschallt in den Zelten der Gerechten: "Die Rechte des Herrn wirkt mit Macht!
16 Die Rechte des Herrn ist erhoben, die Rechte des Herrn wirkt mit Macht!"
17 Ich werde nicht sterben, sondern leben, um die Taten des Herrn zu verkünden.
18 Der Herr hat mich hart gezüchtigt, doch er hat mich nicht dem Tod übergeben.
19 Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit, damit ich eintrete, um dem Herrn zu danken.
20 Das ist das Tor zum Herrn, nur Gerechte treten hier ein.
21 Ich danke dir, daß du mich erhört hast; du bist für mich zum Retter geworden.
22 Der Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden.
23 Das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder.
24 Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; wir wollen jubeln und uns an ihm freuen.
25 Ach, Herr, bring doch Hilfe! Ach, Herr, gib doch Gelingen!
26 Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. / Wir segnen euch, vom Haus des Herrn her.
27 Gott, der Herr, erleuchte uns. Mit Zweigen in den Händen / schließt euch zusammen zum Reigen, bis zu den Hörnern des Altars!
28 Du bist mein Gott, dir will ich danken; mein Gott, dich will ich rühmen.
29 Dank't dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig.
119 1 (Alef) Wohl denen, deren Weg ohne Tadel ist, die leben nach der Weisung des Herrn.
2 Wohl denen, die seine Vorschriften befolgen und ihn suchen von ganzem Herzen,
3 die kein Unrecht tun und auf seinen Wegen geh'n.
4 Du hast deine Befehle gegeben, damit man sie genau beachtet.
5 Wären doch meine Schritte fest darauf gerichtet, deinen Gesetzen zu folgen!
6 Dann werde ich niemals scheitern, wenn ich auf all deine Gebote schaue.
7 Mit lauterem Herzen will ich dir danken, wenn ich deine gerechten Urteile lerne.
8 Deinen Gesetzen will ich immer folgen. Laß mich doch niemals im Stich!
9 (Bet) Wie geht ein junger Mann seinen Pfad ohne Tadel? Wenn er sich hält an dein Wort.
10 Ich suche dich von ganzem Herzen. Laß mich nicht abirren von deinen Geboten!
11 Ich berge deinen Spruch im Herzen, damit ich gegen dich nicht sündige.
12 Gepriesen seist du, Herr. Lehre mich deine Gesetze!
13 Mit meinen Lippen verkünde ich alle Urteile deines Mundes.
14 Nach deinen Vorschriften zu leben freut mich mehr als großer Besitz.
15 Ich will nachsinnen über deine Befehle und auf deine Pfade schauen.
16 Ich habe meine Freude an deinen Gesetzen, dein Wort will ich nicht vergessen.
17 (Gimel) Tu deinem Knecht Gutes, erhalt mich am Leben! Dann will ich dein Wort befolgen.
18 Öffne mir die Augen für das Wunderbare an deiner Weisung!
19 Ich bin nur Gast auf Erden. Verbirg mir nicht deine Gebote!
20 In Sehnsucht nach deinem Urteil verzehrt sich allezeit meine Seele.
21 Du drohst den Stolzen. Verflucht sei, wer abirrt von deinen Geboten.
22 Nimm von mir Schmach und Verachtung! Denn was du vorschreibst, befolge ich.
23 Wenn auch Fürsten gegen mich beraten: dein Knecht sinnt nach über deine Gesetze.
24 Deine Vorschriften machen mich froh; sie sind meine Berater.
25 (Dalet) Meine Seele klebt am Boden. Durch dein Wort belebe mich!
26 Ich habe dir mein Geschick erzählt, und du erhörtest mich. Lehre mich deine Gesetze!
27 Laß mich den Weg begreifen, den deine Befehle mir zeigen, dann will ich nachsinnen über deine Wunder.
28 Meine Seele zerfließt vor Kummer. Richte mich auf durch dein Wort!
29 Halte mich fern vom Weg der Lüge; begnade mich mit deiner Weisung!
30 Ich wählte den Weg der Wahrheit; nach deinen Urteilen hab' ich Verlangen.
31 Ich halte an deinen Vorschriften fest. Herr, laß mich niemals scheitern!
32 Ich eile voran auf dem Weg deiner Gebote, denn mein Herz machst du weit.
33 (He) Herr, weise mir den Weg deiner Gesetze! Ich will ihn einhalten bis ans Ende.
34 Gib mir Einsicht, damit ich deiner Weisung folge und mich an sie halte aus ganzem Herzen.
35 Führe mich auf dem Pfad deiner Gebote! Ich habe an ihm Gefallen.
36 Deinen Vorschriften neige mein Herz zu, doch nicht der Habgier!
37 Wende meine Augen ab von eitlen Dingen; durch dein Wort belebe mich!
38 Erfülle deinem Knecht die Verheißung, die allen gilt, die dich fürchten und ehren.
39 Wende die Schande ab, vor der mir graut; denn deine Entscheide sind gut.
40 Nach deinen Befehlen hab' ich Verlangen. Gib mir neue Kraft durch deine Gerechtigkeit!
41 (Waw) Herr, deine Huld komme auf mich herab und deine Hilfe, wie du es verheißen hast.
42 Dann kann ich dem, der mich schmäht, erwidern; denn ich vertraue auf dein Wort.
43 Entziehe meinem Mund nicht das Wort der Wahrheit! Ich hoffe so sehr auf deine Entscheide.
44 Ich will deiner Weisung beständig folgen, auf immer und ewig.
45 Dann schreite ich aus auf freier Bahn; denn ich frage nach deinen Befehlen.
46 Deine Gebote will ich vor Königen bezeugen und mich nicht vor ihnen schämen.
47 An deinen Geboten habe ich meine Freude, ich liebe sie von Herzen.
48 Ich erhebe meine Hände zu deinen Geboten; nachsinnen will ich über deine Gesetze.
49 (Sajin) Denk an das Wort für deinen Knecht, durch das du mir Hoffnung gabst.
50 Das ist mein Trost im Elend: Deine Verheißung spendet mir Leben.
51 Frech verhöhnen mich die Stolzen; ich aber weiche nicht ab von deiner Weisung.
52 Denke ich an deine Urteile seit alter Zeit, Herr, dann bin ich getröstet.
53 Zorn packt mich wegen der Frevler, weil sie deine Weisung mißachten.
54 Zum Lobgesang wurden mir deine Gesetze im Haus meiner Pilgerschaft.
55 In der Nacht denke ich, Herr, an deinen Namen; ich will deine Weisung beachten.
56 Deine Befehle zu befolgen ist das Glück, das mir zufiel.
57 (Chet) Mein Anteil ist der Herr; ich habe versprochen, dein Wort zu beachten.
58 Ich suche deine Gunst von ganzem Herzen. Sei mir gnädig nach deiner Verheißung!
59 Ich überdenke meine Wege, zu deinen Vorschriften lenke ich meine Schritte.
60 Ich eile und säume nicht, deine Gebote zu halten.
61 Auch wenn mich die Stricke der Frevler fesseln, vergesse ich deine Weisung nicht.
62 Um Mitternacht stehe ich auf, um dich zu preisen wegen deiner gerechten Entscheide.
63 Ich bin ein Freund all derer, die dich fürchten und ehren, und aller, die deine Befehle befolgen.
64 Von deiner Güte, Herr, ist die Erde erfüllt. Lehre mich deine Gesetze!
65 (Tet) Du hast deinem Knecht Gutes erwiesen, o Herr, nach deinem Wort.
66 Lehre mich Erkenntnis und rechtes Urteil! Ich vertraue auf deine Gebote.
67 Ehe ich gedemütigt wurde, ging mein Weg in die Irre; nun aber halte ich mich an deine Verheißung.
68 Du bist gut und wirkst Gutes. Lehre mich deine Gesetze!
69 Stolze verbreiten über mich Lügen, ich aber halte mich von ganzem Herzen an deine Befehle.
70 Abgestumpft und satt ist ihr Herz, ich aber ergötze mich an deiner Weisung.
71 Daß ich gedemütigt wurde, war für mich gut; denn so lernte ich deine Gesetze.
72 Die Weisung deines Mundes ist mir lieb, mehr als große Mengen von Gold und Silber.
73 (Jod) Deine Hände haben mich gemacht und geformt. Gib mir Einsicht, damit ich deine Gebote lerne.
74 Wer dich fürchtet, wird mich sehen und sich freuen; denn ich warte auf dein Wort.
75 Herr, ich weiß, daß deine Entscheide gerecht sind; du hast mich gebeugt, weil du treu für mich sorgst.
76 Tröste mich in deiner Huld, wie du es deinem Knecht verheißen hast.
77 Dein Erbarmen komme über mich, damit ich lebe; denn deine Weisung macht mich froh.
78 Schande über die Stolzen, die mich zu Unrecht bedrücken! Ich aber sinne nach über deine Befehle.
79 Mir sollen sich alle zuwenden, die dich fürchten und ehren und die deine Vorschriften kennen.
80 Mein Herz richte sich ganz nach deinen Gesetzen; dann werde ich nicht zuschanden.
81 (Kaf) Nach deiner Hilfe sehnt sich meine Seele; ich warte auf dein Wort.
82 Meine Augen sehnen sich nach deiner Verheißung, sie fragen: Wann wirst du mich trösten?
83 Ich bin wie ein Schlauch voller Risse, doch deine Gesetze habe ich nicht vergessen.
84 Wie viele Tage noch bleiben deinem Knecht? Wann wirst du meine Verfolger richten?
85 Stolze stellen mir Fallen, sie handeln nicht nach deiner Weisung.
86 Zuverlässig sind all deine Gebote. Zu Unrecht verfolgt man mich. Komm mir zu Hilfe!
87 Fast hätte man mich von der Erde ausgetilgt; dennoch halte ich fest an deinen Befehlen.
88 In deiner großen Huld laß mich leben, und ich will beachten, was dein Mund mir gebietet.
89 (Lamed) Herr, dein Wort bleibt auf ewig, es steht fest wie der Himmel.
90 Deine Treue währt von Geschlecht zu Geschlecht; du hast die Erde gegründet, sie bleibt bestehen.
91 Nach deiner Ordnung bestehen sie bis heute, und dir ist alles dienstbar.
92 Wäre nicht dein Gesetz meine Freude, ich wäre zugrunde gegangen in meinem Elend.
93 Nie will ich deine Befehle vergessen; denn durch sie schenkst du mir Leben.
94 Ich bin dein, errette mich! Ich frage nach deinen Befehlen.
95 Frevler lauern mir auf, um mich zu vernichten; doch mein Sinn achtet auf das, was du gebietest.
96 Ich sah, daß alles Vollkommene Grenzen hat; doch dein Gebot kennt keine Schranken.
97 (Mem) Wie lieb ist mir deine Weisung; ich sinne über sie nach den ganzen Tag.
98 Dein Gebot macht mich weiser als all meine Feinde; denn immer ist es mir nahe.
99 Ich wurde klüger als all meine Lehrer; denn über deine Vorschriften sinne ich nach.
100 Mehr Einsicht habe ich als die Alten; denn ich beachte deine Befehle.
101 Von jedem bösen Weg halte ich meinen Fuß zurück; denn ich will dein Wort befolgen.
102 Ich weiche nicht ab von deinen Entscheiden, du hast mich ja selbst unterwiesen.
103 Wie köstlich ist für meinen Gaumen deine Verheißung, süßer als Honig für meinen Mund.
104 Aus deinen Befehlen gewinne ich Einsicht, darum hasse ich alle Pfade der Lüge.
105 (Nun) Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine Pfade.
106 Ich tat einen Schwur, und ich will ihn halten: Ich will deinen gerechten Entscheidungen folgen.
107 Herr, ganz tief bin ich gebeugt. Durch dein Wort belebe mich!
108 Herr, nimm mein Lobopfer gnädig an, und lehre mich deine Entscheide!
109 Mein Leben ist ständig in Gefahr, doch ich vergesse nie deine Weisung.
110 Frevler legen mir Schlingen, aber ich irre nicht ab von deinen Befehlen.
111 Deine Vorschriften sind auf ewig mein Erbteil; denn sie sind die Freude meines Herzens.
112 Mein Herz ist bereit, dein Gesetz zu erfüllen bis ans Ende und ewig.
113 (Samech) Zwiespältige Menschen sind mir von Grund auf verhaßt, doch dein Gesetz ist mir lieb.
114 Du bist mein Schutz und mein Schild, ich warte auf dein Wort.
115 Weicht zurück von mir, ihr Bösen! Ich will die Gebote meines Gottes befolgen.
116 Stütze mich, damit ich lebe, wie du es verheißen hast. Laß mich in meiner Hoffnung nicht scheitern!
117 Gib mir Halt, dann finde ich Rettung; immer will ich auf deine Gesetze schauen.
118 Alle, die sich von deinen Gesetzen entfernen, verwirfst du; denn ihr Sinnen und Trachten ist Lüge.
119 Alle Frevler im Land sind für dich wie Schlacken, darum liebe ich, was du gebietest.
120 Aus Ehrfurcht vor dir erschauert mein Leib, vor deinen Urteilen empfinde ich heilige Scheu.
121 (Ajin) Ich tue, was recht und gerecht ist. Gib mich meinen Bedrückern nicht preis!
122 Verbürg dich für das Wohl deines Knechtes, damit die Stolzen mich nicht unterdrücken.
123 Meine Augen sehnen sich nach deiner Hilfe, nach deiner gerechten Verheißung.
124 Handle an deinem Knecht nach deiner Huld, und lehre mich deine Gesetze!
125 Ich bin dein Knecht. Gib mir Einsicht, damit ich verstehe, was du gebietest.
126 Herr, es ist Zeit zu handeln; man hat dein Gesetz gebrochen.
127 Darum liebe ich deine Gebote mehr als Rotgold und Weißgold.
128 Darum lebe ich genau nach deinen Befehlen; ich hasse alle Pfade der Lüge.
129 (Pe) Deine Vorschriften sind der Bewunderung wert; darum bewahrt sie mein Herz.
130 Die Erklärung deiner Worte bringt Erleuchtung, den Unerfahrenen schenkt sie Einsicht.
131 Weit öffne ich meinen Mund / und lechze nach deinen Geboten; denn nach ihnen hab' ich Verlangen.
132 Wende dich mir zu, sei mir gnädig, wie es denen gebührt, die deinen Namen lieben.
133 Festige meine Schritte, wie du es verheißen hast. Laß kein Unrecht über mich herrschen!
134 Erlöse mich aus der Gewalt der Menschen; dann will ich deine Befehle halten.
135 Laß dein Angesicht leuchten über deinem Knecht, und lehre mich deine Gesetze!
136 Tränenbäche strömen aus meinen Augen, weil man dein Gesetz nicht befolgt.
137 (Zade) Herr, du bist gerecht, und deine Entscheide sind richtig.
138 Du hast deine Vorschriften erlassen in Gerechtigkeit und in großer Treue.
139 Der Eifer für dich verzehrt mich; denn meine Gegner vergessen deine Worte.
140 Deine Worte sind rein und lauter; dein Knecht hat sie lieb.
141 Ich bin gering und verachtet, doch ich vergesse nie deine Befehle.
142 Deine Gerechtigkeit bleibt ewig Gerechtigkeit, deine Weisung ist Wahrheit.
143 Mich trafen Not und Bedrängnis, doch deine Gebote machen mich froh.
144 Deine Vorschriften sind auf ewig gerecht. Gib mir Einsicht, damit ich lebe.
145 (Qof) Erhöre mich, Herr, ich rufe von ganzem Herzen; deine Gesetze will ich halten.
146 Ich rufe zu dir; errette mich, dann will ich deinen Vorschriften folgen.
147 Schon beim Morgengrauen komme ich und flehe; ich warte auf dein Wort.
148 Meine Augen eilen den Nachtwachen voraus; denn ich sinne nach über deine Verheißung.
149 Höre auf meine Stimme in deiner Huld; belebe mich, Herr, durch deine Entscheide!
150 Mir nähern sich tückische Verfolger; sie haben sich weit von deiner Weisung entfernt.
151 Doch du bist nahe, Herr, und alle deine Gebote sind Wahrheit.
152 Aus deinen Vorschriften weiß ich seit langem, daß du sie für ewig bestimmt hast.
153 (Resch) Sieh mein Elend an, und rette mich; denn ich habe deine Weisung nicht vergessen.
154 Verschaff mir Recht, und erlöse mich; nach deiner Weisung erhalte mein Leben!
155 Fern bleibt den Frevlern das Heil; denn sie fragen nicht nach deinen Gesetzen.
156 Herr, groß ist dein Erbarmen; durch deine Entscheide belebe mich!
157 Viele verfolgen und quälen mich, doch von deinen Vorschriften weich ich nicht ab.
158 Wenn ich Abtrünnige sehe, empfinde ich Abscheu, weil sie dein Wort nicht befolgen.
159 Sieh an, wie sehr ich deine Vorschriften liebe; Herr, in deiner Huld belebe mich!
160 Das Wesen deines Wortes ist Wahrheit, deine gerechten Urteile haben alle auf ewig Bestand.
161 (Schin) Fürsten verfolgen mich ohne Grund, doch mein Herz fürchtet nur dein Wort.
162 Ich freue mich über deine Verheißung wie einer, der reiche Beute gemacht hat.
163 Ich hasse die Lüge, sie ist mir ein Greuel, doch deine Weisung habe ich lieb.
164 Siebenmal am Tag singe ich dein Lob wegen deiner gerechten Entscheide.
165 Alle, die deine Weisung lieben, empfangen Heil in Fülle; es trifft sie kein Unheil.
166 Herr, ich hoffe auf deine Hilfe und befolge deine Gebote.
167 Meine Seele beachtet, was du gebietest, und liebt es von Herzen.
168 Ich folge deinen Vorschriften und Befehlen; denn alle meine Wege (liegen offen) vor dir.
169 (Taw) Herr, zu dir dringe mein Rufen. Gib mir Einsicht, getreu deinem Wort!
170 Mein Flehen komme vor dein Angesicht. Reiß mich heraus getreu deiner Verheißung!
171 Meine Lippen sollen überströmen von Lobpreis; denn du lehrst mich deine Gesetze.
172 Meine Zunge soll deine Verheißung besingen; denn deine Gebote sind alle gerecht.
173 Deine Hand sei bereit, mir zu helfen; denn ich habe mir deine Befehle erwählt.
174 Ich sehne mich, Herr, nach deiner Hilfe, und deine Weisung macht mich froh.
175 Laß meine Seele leben, damit sie dich preisen kann. Deine Entscheidungen mögen mir helfen.
176 Ich bin verirrt wie ein verlorenes Schaf. / Suche deinen Knecht! Denn deine Gebote habe ich nicht vergessen.
Salmi (EUS) 104